Krank im Job: Was darf ich mit Attest?

Am 06.03.2018 veröffentlicht

Die Grippewelle hat Hessen fest im Griff. Diejenigen, die es erwischt hat, fallen oft eine Woche oder länger im Job aus - das geht natürlich nur mit einer Krankschreibung vom Arzt. Doch wann muss die beim Arbeitgeber vorliegen? Und was darf man in dieser Zeit überhaupt machen, und was nicht? Wir haben bei einer Rechtsanwätlin nachgefragt.

Wann muss das Attest meinem Arbeitgeber vorliegen?

Spätestens am dritten Tag der Erkrankung müssen Sie einen Arzt aufsuchen, am vierten Tag muss die Krankschreibung beim Chef sein. Sie müssen diese nicht persönlich vorbeibringen, manchen Arbeitgebern reicht auch eine digitale Version via E-Mail. Fragen Sie auch Freunde, ob Sie das Attest zu Ihrer Arbeitsstelle bringen können. Generell gilt: Prüfen Sie die Regelungen in Ihrem Arbeitsvertrag. Eine verzögerte Abgabe kann im schlimmsten Fall eine Abmahnung zur Folge haben.

Was darf ich, wenn ich krankgeschrieben bin?

Prinzipiell dürfen Sie alles tun, was den Genesungsprozess nicht behindert. Einkaufen, ein Besuch im Kino, Spaziergänge oder die Kinder von der Kita abholen: Das alles stellt kein Problem dar.
Sogar Sport ist erlaubt, insofern der Arzt das "Okay" gibt. 

Mein Chef glaubt mir nicht. Was kann ich tun?

In diesem Fall ist der Arbeitgeber in der Beweispflicht. Diese ist schwer zu erbringen, denn selbst eine Untersuchung beim Amtsarzt reicht nicht aus, wenn der Hausarzt anderer Meinung ist. Dennoch sollte man das Vertrauen des Chefs nicht unnötig auf die Probe stellen.

Ich fühle mich wieder fit. Darf ich trotzdem arbeiten gehen?

Die Krankschreibung gibt lediglich eine Prognose darüber ab, wie lange der Patient voraussichtlich brauchen wird, um zu genesen. Wenn Sie sich vorher wieder fit fühlen, können Sie auch wieder arbeiten gehen. Sprechen Sie aber vorher mit Ihrem Chef, da er die Arbeitsabläufe ja ohne Sie geplant hat.

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