Die Ermittler fanden ein ganzes Waffenarsenal. Foto: Polizei Mittelhessen

Razzia in Neonazi-Wohnungen: Waffen, Haschisch und Hitlerporträts gefunden

Eine geladene Pistole, Langwaffen, Wurfsterne, Armbinden mit Hakenkreuzen und Hitlerporträts – das und vieles mehr fanden Ermittler der Kriminalpolizei mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften am Mittwochmorgen bei Wohnungsdurchsuchungen in Wetzlar.

Die Staatsanwaltschaft führte  mehrere Ermittlungsverfahren gegen drei 17, 30 und 50 Jahre alte Männer aus der Gemeinde Leun, einen 18-Jährigen aus Solms sowie einen ebenfalls 18-jährigen Ehringshäuser durch.

Gegen 06.00 Uhr suchten die Polizisten die Wohnungen auf. An den Wohnungen der in Leun lebenden Tatverdächtigen übernahmen Spezialeinsatzkräfte die Öffnung der Türen und die Sicherung der Bewohner. Keiner der Betroffenen leistete Widerstand. Der 50-jährige Leuner erlitt einen Schwächeanfall und wird aktuell in einem Krankenhaus behandelt.

Evakuierung wegen Übungsgranate

Die Ermittler fanden mehrere Langwaffen und stellten darüber hinaus eine scharfe, geladene Pistole sowie weitere nach dem Waffengesetz verbotene Gegenstände, wie Wurfsterne, Messer und ein Bajonett sicher.

Zudem entdeckten sie eine Granate, worauf ein Anwesen in Leun evakuiert werden musste. Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamtes rückten aus Wiesbaden an und untersuchten den Gegenstand. Sie gaben Entwarnung: Es handelte sich um eine Übungsgranate.

Die rechtliche Einordung der sichergestellten Waffen erfolgt durch Spezialisten. In den Objekten in Leun entdeckten die Polizisten Devotionalien mit Bezug auf die NS-Zeit, darunter Armbinden mit Hakenkreuzen und Hitlerporträts. Außerdem fielen den Ermittlern etwa 10 Gramm Haschisch in die Hände. Auf einem Dachboden in Leun stießen sie auf einen provisorischen Schießstand.

Der Polizei nicht unbekannt

Sie sind den Ermittlungsbehörden keine Unbekannten: Dem 17-Jährigen aus Leun wurden bereits Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz sowie Eigentumsdelikte vorgeworfen. Der 50-jährige Leuner wird als politisch motivierter Straftäter "Rechts" geführt und trat in den Deliktsbereichen Erpressung, Diebstahl, Nötigung und Beleidigung in Erscheinung. Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Erpressung und Diebstahl ermittelte Polizei und Staatsanwaltschaft zuvor gegen den 18-jährigen Solmser.

Wegen gleicher Delikte geriet der 18-jährige Ehringshäuser in der Vergangenheit in den Fokus polizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Der 30-jährige Leuner war ebenfalls bereits mehrfach Ziel polizeilicher Ermittlungen und ist als politisch motivierter Straftäter "Rechts" eingestuft.

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