LBS-Kinderbarometer: Was beschäftigt Hessens Kinder?

Am 28.08.2018 veröffentlicht

Es geht unter anderem um Familie, Freizeit und die Schule: Bereits zum zehnten Mal wird am Dienstag das Kinderbarometer für Hessen vorgestellt. Ziel ist es, die Perspektive von Kindern ernst zu nehmen. Dafür wurden hessenweit 570 Schüler der Klassen 4 bis 7 befragt. 

Wie wohl fühlen sich Hessens Kinder in ihren Familien? Wie stellen sie sich ihre Zukunft vor? Und haben Kinder heutzutage Interesse an politischen Themen? Diese und viele weitere Fragen wurden mehr als 10.000 Schülerinnen und Schülern zwischen 9 und 14 Jahren in Interviews gestellt. In Hessen nahmen 570 Kinder an der Studie teil; die Schulform der Viert- bis Siebtklässler spielte dabei eine untergeordnete Rolle.

Hintergrund des Projekts

Auftraggeber des LBS-Kinderbarometers sind die Landesbausparkassen und der Kinderschutzbund, erhoben werden die Daten vom PROSOZ Institut für Sozialforschung. Begonnen hat die Langzeitbefragung bereits vor 20 Jahren, seit 10 Jahren sind alle Bundesländer mit Regionalauswertungen dabei. In Hessen gehört seither die Hessenstiftung mit zu den Auftraggebern. An der offiziellen Präsentation der Ergebnisse in Frankfurt-Bornheim wird auch Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) teilnehmen.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Migrationshintergrund
    Bezüglich des Migrationshintergrunds von Kindern gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern große Unterschiede. Die höchsten Anteile finden sich in den Stadtstaaten sowie in Hessen, NRW und Baden-Württemberg.
  • Familienstatus
    Der höchste Anteil von Kindern mit
    getrennt oder in Scheidung lebenden Eltern liegt in Sachsen-Anhalt (38%), der geringste Anteil ist mit je 20% in Hessen, Baden-Württemberg, NRW und Rheinland-Pfalz zu verzeichnen.
  • Arbeitslosigkeit der Eltern
    Überdurchschnittlich viele von Arbeitslosigkeit betroffene Kinder finden sich in den Stadtstaaten (Bremen: 28%, Berlin: 16%, Hamburg: 16%). Besonders wenige Kinder geben in Bayern (8%), Thüringen (8%), Hessen (7%) und Sachsen (5%) an, von Arbeitslosigkeit im Haushalt betroffen zu sein.
  • Toleranz
    Hinsichtlich der Toleranz gegenüber verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen (zum Beispiel Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderung) erreichen die hessischen Kinder auf einer fünfstufigen Skala von "stimmt nicht" bis "stimmt sehr" einen Wert im mittleren Bereich (4,0 bei der Aussage " Ich finde es gut, dass Deutschland Menschen aufnimmt, denen es in anderen Ländern nicht gut geht". Zum Vergleich: Kinder aus den östlichen Bundesländern erzielten Werte zwischen 3,7 und 3,6. Und: 95 Prozent der befragten Kinder in Hessen stimmten der Aussage „Jeder Mensch sollte so sein dürfen, wie er oder sie ist” zu.
  • Umgang mit dem Internet
    Kinder in Hessen und Sachsen achten noch stärker darauf, im Internet nicht zu viele Informationen preiszugeben als Kinder in Bremen, die im Vergleich zu allen übrigen Bundesländern diesbezüglich am wenigsten bedacht sind.
  • Reiselust
    Nach den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sind Hessens Kinder auf Platz 4 der reiselustigsten Schülerinnen und Schüler. Auffällig hierbei: Je älter die befragten Kinder, desto größer der Wunsch, fremde Länder zu bereisen.
  • UN-Kinderrechte und politisches Engagement
    Wie gut wissen Kinder über ihre Rechte Bescheid? Weniger als die Hälfte (42%) der hessischen Kinder hat schon einmal von der UN-Kinderrechtskonvention gehört. Spitzenreiter ist Brandenburg mit 64%, Schlusslicht Bremen mit gerade einmal 25%. Ein interessanter Zusammenhang: Kennen die Kinder den lokalen Ansprechpartner
    in der Stadt und haben Interesse an Partizipation auf lokaler Ebene, dann kennen sie auch häufiger ihre Rechte bzw. die UN-Konvention.

 

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