Kaum noch Dunkelheit: Licht zerstört den Nachthimmel

Am 24.04.2019 veröffentlicht

Für Autofahrer und Fußgänger bietet es ein Gefühl der Sicherheit, aber für unser Ökosystem ist das elektrische Licht im Überfluss verwirrend und schädigend. Zugvögel verlieren die Orientierung und werden fehlgeleitet, Insekten verglühen. Eine absolute Dunkelheit gibt es kaum noch. 

Lichtverschmutzung ist zum wichtigen Thema geworden, denn das künstliche Licht ist überall und bestimmt unseren Alltag. Dabei ist nicht gemeint, dass das Licht schmutzig ist, sondern dass es im Übermaß gebraucht wird und sich zunehmend zum Störfaktor in der Umwelt entwickelt. Kein Kontinent bleibt davon verschont. Trotz der Umstellung auf energieeffiziente Leuchtmittel, wie beispielsweise LEDs, sind der Gesamtverbrauch und die Lichtverschmutzung in den letzten Jahren gestiegen. Häufig wird nun mehr, heller und länger beleuchtet. Das hat neben den Folgen für die Tiere, die ihren Biorythmus meist an das Licht anpassen, auch folgen für uns Menschen, denn zum Schlafen brauchen wir die Dunkelheit.

Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt

Wie sooft leidet durch den menschlichen Einfluss besonders die Natur. Durch künstliche Lichtquellen werden unter anderem Vögel oder Fledermäuse irritiert, beispielsweise durch reflektiertes Licht von Straßenleitplanken oder großen Gebäuden. Selbst die Wachstums- und Blühzyklen von Pflanzen werden teilweise durch künstliche Lichtquellen verändert. Der gesamte Biorythmus vieler Tiere und Pflanzen hat sich drastisch durch den künstlichen Lichteinfluss verändert. Das hat auch Störungen im Hormonhaushalt zufolge, die sich dann weiter über Fehlverhalten in der Paarung und Nahrungssuche ausbreiten.

Fulda als bundesweiter Vorreiter

Als hessische Sternenstadt will Fulda Vorreiter im Kampf gegen die Lichtverschmutzung sein und das in ganz Deutschland. Die osthessische Stadt ist im Januar von der International Dark Sky Association in den USA als erste Dark-Sky-Kommune Deutschlands ausgezeichnet worden. Die Straßenlaternen sind zwischen 22.30 und 5.30 Uhr um 50 Prozent gedimmt. Daraus resultiert eine Ersparnis von etwa 80.000 kWh pro Jahr, wie der Energieversorger Osthessen-Netz erklärte. Wenn alles umgestellt wird, rechnet der Versorger mit Einsparungen von 770.000 kWh und somit 220.000 Euro. Auch im Ortsteil Silges im Fuldarer Landkreis wird der Lichtverschmutzung der Kampf angesagt: Hier setzt man auf umweltfreundlicheres orangenes Licht, das einen nicht allzu großen Kontrast bringt.

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