Axtmörder schildert Tat: Er überfuhr seine Frau und schlug mit einem Beil auf sie ein

Am 20.05.2020 veröffentlicht

Dieses brutale Verbrechen erschütterte im Oktober 2019 ganz Deutschland. Ein 34-Jähriger fuhr laut Anklage seine 31-jährige Ex-Frau mit einem Auto an und schlug danach mit einem Beil und einer Axt auf sie ein. Nun sagte der Ehemann vor dem Landgericht in Limburg aus.

Imad A. spricht leise, langsam und schildert mit brüchiger Stimme, wie er seine Ex-Frau getötet hat. "Ich glaube, ich habe nicht gebremst", erzählt der 34-Jährige am Mittwoch. Es sei alles sehr schnell gegangen. Der Angeklagte habe die Fahrer-Assistenzsysteme ausgeschaltet, die Augen geschlossen und geschrien. "Es tut mir leid, es tut mir unendlich leid", sagte er unter Tränen vor Gericht.

An den weiteren Verlauf der Tat erinnere er sich nicht, berichtet Tim Kirschsieper, unser Reporter vor Ort. Imad A. habe nur gewollt, dass seine Frau denselben Schmerz verspüre wie er und wollte ihr zunächst die Kinder "entreißen", so der Angeklagte. Kurz vor der Tat habe er den Entschluss gefasst, dass sowohl er als auch seine Frau sterben sollten.

Die Tat glich einer Hinrichtung

Der 25. Oktober 2019 glich einer bestialischen Hinrichtung: Mehrmals schlug Imad A. mit voller Wucht auf seine am Boden liegende Frau – in seinen Händen eine Axt und ein Beil. Zuvor lauerte er ihr mit einem Mietwagen auf. Im Rückspiegel beobachtete er, wie sein Opfer aus dem Frauenhaus ging. Er wendete den Wagen und überfuhr sie, schleuderte seine Ex-Frau 20 Meter weit - sie blieb reglos hinter dem Auto liegen, er raste gegen eine Hauswand.

"Du hast es ja so gewollt!"

Passanten wollten ihm aus dem Wagen helfen, doch er bedrohte sie mit einer Schreckschusspistole. Dann stieg Imad A. aus, holte ein Beil vom Rücksitz und eine Axt aus dem Kofferraum und hämmerte auf die am Boden liegende Frau ein. Dabei soll er sie mehrfach beschimpft und gerufen haben: "Du hast es ja so gewollt". Das erste, woran er sich nach seiner Tat erinnern konnte "war Geschrei und das meine Frau unterhalb des Autos lag". Danach stand er einfach nur dort, die Axt in der Hand und wartete darauf, dass die Polizei ihn festnahm.

Insgesamt 18 Verletzungen am Kopf und Hals ergab die Obduktion später, dazu kommen zahlreiche Frakturen und schwerste innere Verletzungen. Der Unfall habe laut den Rechtsmedizinern zum Tod geführt, die Frau hatte ihre Hinrichtung nicht mehr erlebt.

Angeklagter schaltete einen Privatdetektiv ein

Die Trennung des Paares soll das Motiv sein, vermuten die Ermittler. Der Angeklagte habe seine Frau dafür bestrafen wollen, dass sie ihn mit den gemeinsamen Kindern verlassen hat. Die beiden hatten zwei Kinder, mit einem dritten Kind war das Opfer schwanger. Immer wieder kam es zum Streit: Sie wollte es abtreiben, er nicht. Als ein Streit der beiden eskalierte, ist sie mit den Kindern abgehauen. "Ich wollte was unternehmen, weil ich so nicht mehr weiterleben wollte" , so der 34-Jährige vor Gericht.

Dann schaltete Imad A. einen Privatdetektiv ein, um sie aufzuspüren. Über Verwandte erfährt dieser schließlich, dass seine Ex-Frau in einem Frauenhaus in Limburg lebt. Imad A. fährt mehrmals nach Limburg, versucht seine Kinder aus der Ferne zu sehen. "Ich war krank vor Sehnsucht vor meinen Kindern", sagt er.

Imad A. droht lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten nun unter anderem heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen begangenen Mord vor. Ihm drohe nun lebenslange Haft.

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