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Landgericht Limburg: Doppelmörder zu lebenslanger Haft verurteilt – erneut!

Hayamon S. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt – schon wieder. Der 58-jährige Afghane wurde bereits 2015 für schuldig befunden, der Bundesgerichtshof hob das damalige Urteil jedoch wieder auf. Vor fünf Jahren hatte Hayamon S. zwei Landsleute vor dem Frankfurter Gerichtsgebäude getötet.

Lebenslange Freiheitsstrafe, zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt – so lautet das Urteil des Landgerichts Limburg am Montag. Der aus Afghanistan stammende Hayamon S. hatte im Januar 2014 vor und im Frankfurter Gerichtsgebäude zwei Landsleute mit einer Schusswaffe und einem Messer ermordet. Die Richter sahen als Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt an, S. habe mit "unbedingtem Vernichtungswillen" gehandelt. So fügte er einem Opfer sechs Schusswunden und 11 Stichwunden, dem anderen drei Schusswunden und 17 Stichwunden zu.

Rache als Motiv für Selbstjustiz

Seine Opfer standen zuvor selbst vor Gericht – im Prozess um den gewaltsamen Tod des Bruders von Hayamon S. Beide Männer wurden freigesprochen, sie sollen aus Notwehr gehandelt haben. Offenbar war dieses Urteil der Auslöser für die blutige Vergeltung. 

In einem Gerichtsverfahren im Jahr 2015 wurde S. zwar bereits verurteilt, der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob das Urteil jedoch auf, weil der damalige vorsitzende Richter aufgrund verschiedener Äußerungen befangen gewesen sein könnte. Deswegen musste das Limburger Landgericht den Fall neu verhandeln.

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