Tabak aus Hessen: So wird in Lorsch geerntet

Am 17.08.2018 veröffentlicht

Jörg Trayser pflegt eine ganz besondere Tradition. Zusammen mit 20 ehrenamtlichen Helfern bricht er ein Mal pro Woche Tabakblätter, mitten im hessischen Lorsch.

Lange Hosen, lange Ärmel und Kopftuch sind Pflicht, da der Tabak sehr klebrig ist und abfärbt. Außerdem macht das Nikotin die Haut und die Hände schwarz. Mithilfe einer Aufnäh-Maschine werden die Blätter aufgespießt. Das sogenannte "Bloade", also das Blätterpflücken, ist eine anstrengende Angelegenheit.

Der Tabak-Anbau auf 1.000 Quadratmetern ist ein Bürgerprojekt. Projektleiter Jörg Trayser ist seit drei Jahren dabei und hat sich der Tabak-Tradition verschrieben. "Wir machen das von Hand - so wie vor 300 Jahren", erklärt er. Sie wollen die Jahrhunderte lange Tradition wiederbeleben und pflegen – und Hessen so zum Tabak-Anbau-Land machen. Die Stadt Lorsch hat sogar schon einen Antrag bei der UNESCO eingereicht, um die Tabak-Kultur als immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen. Seit fünf Jahren beleben die Lorscher Frauen und Männer das alte Kulturgut wieder.

Das Tabakmuseum in Lorsch
Museumszentrum Lorsch
Nibelungenstraße 35
64653 Lorsch

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr
Montag geschlossen

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