Marburger strebt Merkel-Nachfolge an: Andreas Ritzenhoff kandidiert um CDU-Parteivorsitz

Am 21.11.2018 veröffentlicht

Nicht mal mehr drei Wochen dauert es, bis auf dem CDU-Parteitag am 7. Dezember in Hamburg ein Merkel-Nachfolger für den Parteivorsitz gewählt wird. In aller Munde sind die Namen der drei prominenten Anwärter Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz – dabei sind sie nicht die einzigen Bewerber. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur streben mindestens neun weitere Männer und Frauen das Amt an. Einer von ihnen ist der Marburger Unternehmer Andreas Ritzenhoff.

Eine klassische Parteikarriere hat Ritzenhoff nicht hinter sich, vor sechs Monaten trat er in die Union ein. Sein Antrieb: Die CDU müsse wieder mehr diskutieren und die Menschen mit der Politik begeistern. Zwischen Politik und Wirtschaft sieht er Parallelen. "Im Unternehmen kann man am Ende Entscheidungen treffen, trotzdem muss man seine Mitarbeiter mitnehmen, wenn man Entscheidungen über den Kopf der Mitarbeiter trifft, hat das am Ende auch keinen Erfolg." In der Politik sei es ähnlich.

Der gelernte Arzt kennt sich in der Wirtschaft aus. In Marburg leitet der 61-Jährige ein fast 200 Jahre altes Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Designprodukten aus Aluminium für die Kosmetikindustrie spezialisiert hat. Rund 650 Menschen arbeiten für das mittelständische Unternehmen.

Ritzenhoff bleibt realistisch

An eine realistische Chance auf die Nachfolge von Angela Merkel scheint Ritzenhoff selbst nicht wirklich zu glauben: "Es geht gar nicht so um meine Chancen, es geht darum, dass wir über Politik reden und dass ich einen Beitrag dafür leiste, dass wir über die Zukunft des Landes und Europas sprechen, das ist mir wichtiger", sagt er uns im Interview. Er möchte vor allem kleine und mittelständische Unternehmen entlasten, gerade in den letzten Jahren habe es einen enormen Zuwachs an Vorschriften und Auflagen gegeben. "Sie müssen bald für jedes Thema, das es gibt, im Unternehmen einen Beauftragten benennen", sagt er.

Ritzenhoff möchte europaweit Jobs schaffen. Ihm liegen ein starkes Europa und eine starke Wirtschaft am Herzen. Sollte er tatsächlich den CDU-Vorsitz für sich beanspruchen können, dann möchte er die besten Köpfe an einen Tisch rufen und Hand in Hand zusammenarbeiten - eben so wie in einem Unternehmen. 

Im Video unserer Politik-Reporter Andreas Schopf und Benjamin Holler sehen Sie, wie Ritzenhoff bei seinen Parteifreunden auf der Regionalversammlung ankommt.

 

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