Ermittlungen gegen 17-Jährigen: Misshandeltes Baby in Marburg gestorben

Am 27.02.2019 veröffentlicht

Ein wenige Wochen altes Baby ist nach Misshandlungen an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei am Mittwoch in Marburg mit. Die Polizei ermittelt nun gegen den 17-jährigen Freund der Mutter.

Der 17-Jährige soll dem Kind bereits am vergangenen Mittwoch in einer Wohnung in Marburg die Verletzungen zugefügt haben. Der Säugling habe unter anderem schwerste Kopfverletzungen erlitten, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Die Mutter alarmierte zwar die Rettungskräfte, das Baby verstarb jedoch am Dienstag in einem Marburger Krankenhaus. Der Jugendliche kam in Untersuchungshaft.Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Totschlags sowie der Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt. Er ist den Ermittlern zufolge der Freund der 18 Jahre alten Mutter, aber nicht der Vater des Kindes. Einem Bericht der "Oberhessischen Presse" zufolge soll die junge Mutter zuvor Unterstützung vom Jugendamt sowie eines freien sozialen Trägers erhalten haben, in dessen Wohnung sie lebt.

Ermittler sehen keine Versäumnisse

Die junge Mutter war vom Jugendamt betreut worden, einen Verdacht auf Gefährdung des Kindes habe es laut Staatsanwaltschaft nicht gegeben. "Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten seitens des freien Trägers oder des Jugendamtes, das die Kindsmutter unterstützte, haben sich im Zuge der Ermittlungen nicht ergeben", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zu den weiteren Schritten der Beamten gehört nun die Aufklärung des genauen Tathergangs. Dazu sollen auch "umfangreiche" rechtsmedizinische Untersuchungen durchgeführt werden.

Stadt Marburg tief erschüttert

Die Stadt Marburg teilte mit, dass die Mutter "unterstützende Hilfeleistungen" der Kommune bekomme. Details könnten wegen der laufenden Ermittlungen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der jungen Frau nicht genannt werden. "Zutiefst bestürzt und betroffen haben wir von dem schrecklichen Ereignis erfahren", teilte Stadträtin und Jugenddezernentin Kirsten Dinnebier mit. Es gab demnach keine Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung. Die Stadt unterstütze "in vollem Umfang" die Arbeit der Ermittlungsbehörden.

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