Nicht genug Kinderärzte: Viele Eltern finden keine neue Praxis

Am 12.07.2019 veröffentlicht

Carola Feldes aus Melsungen plagt das gleiche Problem wie tausende Eltern in Deutschland: Weil der Kinderarzt ihres Sohnes in den Ruhestand geht, muss sie einen neuen finden. Der vor allem auf ländlichen Gebieten herrschende Ärztemangel macht dies allerdings schwerer als gedacht.

Kinderarzt Hans-Georg Zöberlein hat sogar bis 74 gearbeitet, doch jetzt geht er in den Ruhestand und hinterlässt viele suchende Eltern, darunter auch Altenpflegerin Carola. Jegliche Bemühen um einen neuen Kinderarzt waren bisher erfolglos; entweder sind die Praxen voll oder zu weit weg.

Deutschland weist eine sehr unausgeglichene Dichte an Kinderärzten auf. Vor allem auf dem Land haben Ärzte, die in den Ruhestand gehen, immer mehr Probleme, einen jungen Nachfolger für ihre Praxis zu finden. "Sie haben Angst vor Regressen und der Verantwortung", schätzt Kinderarzt Hans-Georg Zöberlein die Lage ein. Die junge Ärztegeneration wünscht sich vor allem weniger Bürokratie und geregelte Arbeitszeiten in einem Angestelltenverhältnis. Das Problem wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, da fast jeder dritte Kinderarzt in den Ruhestand gehen wird. 

Unser Reporter Tim Ellrich hat sich mit dem Problem des Ärztemangels auseinandergesetzt. Mehr dazu sehen Sie im Video.

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