Hessische Parteien fordern Freilassung: Menschenrechtlerin Şebnem Korur Fincanci in türkischer Haft

Am 08.02.2019 veröffentlicht

Die türkische Ärztin und Aktivistin Şebnem Korur Fincanci steht für Mut und Engagement. Deshalb wurde Sie im November 2018 mit dem Friedenspreis geehrt. Heute sitzt sie in türkischer Haft, was für Kritik im hessischen Landtag sorgt. Eine entsprechende Solidaritätsbekundung wurde bei der Plenarsitzung am Donnerstag in Wiesbaden einstimmig beschlossen.

Laut Landtag wurde Financi am 19. Dezember wegen "Terrorpropaganda" zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie 2016 die Friedenspetition "We will not be a party to this crime" unterschrieben hatte. Man hoffe auf einen Freispruch Financis vor dem Berufungsgericht, da das Urteil noch nicht rechtskräftig sei, heißt es in dem Beschluss des Landtags.

Ehrung mit Friedenspreis im November 2018 in Wiesbaden

Bei der Preisverleihung im November in Wiesbaden war die Ärztin unter anderem dafür gelobt worden, dass wegen ihres Einsatzes das sogenannte "Istanbul Protokoll" verfasst wurde. Mittlerweile gilt dieses als internationales Standardwerk der Vereinten Nationen zur Untersuchung und Dokumentation von Folterspuren. Sie gilt als eine der führenden Friedens- und Menschenrechtsaktivistinnen in ihrem Heimatland.

Meinungs- und Versammlungsfreiheit müsse in der Türkei für alle gelten und Kritik müsse jedem Bürger möglich sein, heißt es in dem Beschluss des Landtags. Kritisiert wurde weiter die Inhaftierung zahlreicher Journalisten, Wissenschaftler, Intellektueller und demokratisch gewählter Abgeordneter.

Financis Auszeichnung mit dem Friedenspreis im November 2018 können Sie sich hier noch einmal anschauen.

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