Krieg unter Müttern: Was steckt hinter dem "Mom-Shaming"-Phänomen?

Am 12.12.2018 veröffentlicht

Das anstrengendste am Kinderkriegen sind wohl die anderen Mütter. Anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, machen sie sich das Leben schwer. Mom Shaming heißt dieses Phänomen und meint, dass Mütter sich gegenseitig an den Pranger stellen. Verschiedene Erziehungsmodelle werden schlecht gemacht, um den eigenen Weg zu rechtfertigen. Unsere Reporterin Julia Möller ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen. 

Dabei lernen Mütter heute früh, dass sie eigentlich nur Fehler machen können. Man gibt den Kindern Süßigkeiten, den bösen Schnuller aus Plastik oder stillt sie viel zu lang. Jede Entscheidung wird von den anderen Müttern misstrauisch beäugt und bewertet. Doch wie kommt das? "Als Mutter hat man tausend Entscheidungen zu treffen und am Ende entscheidet man sich für eine Lösung, hinter der man zwar nicht zu 100 Prozent steht, die aber notwendig ist. Diese kleine Rest-Unsicherheit macht anfällig für Kritik und verletzbar", erklärt uns die Kinder-Psychotherapeutin Miriam Hoff in einem Café in Kelkheim. 

Soziale Medien als Verstärker

In Zeiten von Instagram & Co. sind auch immer mehr Mütter auf den sozialen Plattformen sichtbar – und damit auch zu einer Zielscheibe für Kritik geworden. Je mehr eine Mutter über sich preisgibt, desto heftiger die Kommentare. Das mussten auch schon Promi-Mamas wie Sarah Lombardi und Cathy Hummels erleben. 

Wie wäre es wohl, wenn der Spielplatz zu einer konkurrenzfreien Zone wird? Wenn es mehr Solidarität und Toleranz unter Müttern gäbe? Vielleicht würde dann etwas mehr Ruhe in das Meer von Erziehungsmethoden einkehren. Ein guter Anfang: In den sozialen Medien finden sich unter Hashtags wie #coolmomsdontjudge schon viele Mütter zusammen, die dem Druck entgegenwirken wollen.

 

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