Mordfall Susanna: Kritische Fragen im Landtag zu Ali B.

Am 14.06.2018 veröffentlicht

Das Interesse an der Sondersitzung im Landtag in Wiesbaden war riesig. Denn es geht um die 14-jährige Susanna, die vor über einer Woche ermordet aufgefunden wurde. Die Opposition hakte bei vielen Punkten kritisch nach.

Der Hausmeister musste noch extra Stühle bringen, so groß war der Andrang im Sitzungssaal. Justiz- und Innenminister informierten über den aktuellen Ermittlungsstand im Mordfall Susanna. Wenig überraschend stellen sie fest, dass die Behörden in Hessen richtig gearbeitet hätten. 

Der innenpolitische Sprecher der FDP, Wolfgang Greilich, sieht das anders: "Warum ist man in der Unterkunft gewesen auf der Suche nach Susanna F. und hat den Durchsuchungsbeschluss, den man schon seit einer Woche hatte, nicht vollzogen?"

Und tatsächlich war die Durchsuchung der Asylunterkunft von Ali B. erst drei Wochen nach Ausstellung des Beschlusses geplant.

Könnte Susanna noch leben?

Aber vor allem eine Frage schwebte wieder unterschwellig im Raum: Könnte Susanna noch leben, wenn Ali B. in U-Haft genommen worden wäre? Schließlich war er schon sechs Mal polizeilich auffällig geworden, unter anderem wegen schweren Raubes.

Generalstaatsanwalt Helmut Fünfsinn entgegnet: "Hier gab keinen dringenden Tatverdacht zu diesem Zeitpunkt. Wir haben daran gearbeitet, den dringenden Tatverdacht festzustellen. Und ohne die rechtlichen Vorrraussetzungen nach 112 Strafprozessordnung, können wir keine U-Haft beantragen."

Die 14-jährige Susanna aus Mainz war Ende Mai in Wiesbaden vergewaltigt und umgebracht worden. Tatverdächtig ist der Iraker Ali B., der in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft lebte und nun in Frankfurt in Untersuchungshaft sitzt. Er hat die Tötung der 14-Jährigen bei einer Vernehmung gestanden, bestreitet jedoch die Vergewaltigung.

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