Nach schweren Unwettern: Aufräumen in Mittelhessen

Am 30.05.2018 veröffentlicht

Nach den schweren Unwettern in der Nacht sind am Mittwochmorgen die Aufräumarbeiten angelaufen. Vor allem in Mittelhessen hatten Hagel, Starkregen und Gewitter für Überschwemmungen und Stromausfälle gesorgt.

In Gießen sind zur Zeit rund 80 Feuerwehrleute im Einsatz, wie die Feuerwehr Gießen am Mittwochmorgen mitteilte. In der Nacht waren es noch bis zu 300 Helfer gewesen. "Jetzt steht das große Aufräumen an", sagte eine Sprecherin. In Gießen wie auch in anderen Regionen waren am Dienstag zahlreiche Bäume umgeknickt und Straßen überflutet worden, über 350 Notrufe gingen bei den Einsatzkräften ein. Am Gießener Uniklinikum stand die Notaufnahme teilweise unter Wasser. Für etwa zwei Stunden konnten dort keine Notfälle aufgenommen werden. Auch die Vitos-Klinik war von dem Unwetter betroffen: Keller liefen voll und zeitweise fiel der Strom aus. Verletzte gab es nach Polizeiangaben nicht.

Hessentag in Korbach blieb verschont

Trotz einer Unwetterwarnung und vorübergehend unterbrochener Veranstaltungen hat es am Abend Entwarnung für den Hessentag in Korbach gegeben. "Das Riesenrad dreht sich wieder", sagte Karl-Helmut Tepel, der Hessentagsbeauftragte der Korbacher Stadtverwaltung. "Die Lage hat sich wieder entspannt." Angesichts einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes hatten die Organisatoren am Nachmittag versucht, die Veranstaltung sturmfest zu machen. Die Stände wurden gegen Wind und Regen gesichert, Musikveranstaltungen unterbrochen. "Wir haben Schutzräume wie Kirchen und Tiefgaragen geöffnet, aber zum Glück brauchten wir sie nicht", sagte Tepel. Während im Nachbarkreis ein heftiges Gewitter tobte, zog die Gewitterzelle an Korbach vorbei.

Auch Marburger Uni-Bibliothek betroffen

Der von einem Unwetter verursachte Wassereinbruch in der neuen Marburger Universitätsbibliothek hat auch Literaturbestände in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden seien aber gering, sagte eine Sprecherin der mittelhessischen Hochschule am Mittwoch. Betroffen waren demnach vor allem Zeitschriften, die nun zunächst eingefroren werden sollen, um größere Schäden zu verhindern. Bei dem Unwetter am Dienstag war Wasser durch Lichtschächte in das Untergeschoss der Bibliothek geflossen. Das Wasser stand nach Angaben der Feuerwehr auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern ein bis zwei Zentimeter hoch. Die rund 120 Millionen teure Bibliothek war erst vor einem Monat eröffnet

Keine Besserung in Sicht

Für Mittwochnachmittag und -abend warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor neuen Gewittern. Vor allem im Bergland könne es außerdem erneut zu Starkregen kommen.

Im Video von Luisa Vollmert erfahren Sie, wie schlimm Mittelhessen von den Unwettern getroffen wurde und wie es dort jetzt aussieht.

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