Nach Tod von Teenager: Prozessauftakt gegen zwei 19-Jährige

Am 28.05.2018 veröffentlicht

Im September vergangenen Jahres erschütterte der Tod von Enrico das nordhessische Korbach. Der 15-Jährige wurde auf offener Straße erstochen. Einer der beiden Angeklagten hat jetzt gestanden und dabei den anderen mit grausamen Details belastet.

Im Prozess um die tödliche Messerattacke auf einen 15 Jahre alten Jugendlichen in Nordhessen hat ein 19-jähriger Tatverdächtiger seinen Mitangeklagten vor dem Landgericht Kassel schwer belastet. Er berichtete von sadistischen Spielen mit Blut und beschrieb den ebenfalls 19 Jahre alten Deutschen als „durchgeknallt“.

Den beiden 19-Jährigen wird Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Der geständige 19-Jährige gibt zu, selbst an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er habe das Opfer festgehalten - aber nicht zugestochen, wie er schriftlich mitteilte. Er erklärte in dem Schreiben außerdem sein Bedauern über das Verbrechen, das sich offenbar aus heiterem Himmel ereignete. Der von ihm Beschuldigte schwieg bei Prozessbeginn vor der Jugendkammer des Landgerichts zu der Tat.

Sadistische Morddetails

Der Geständigte schilderte den Tatvorgang wie folgt: Die beiden jungen Erwachsenen trafen alkoholisiert zwei andere Jugendliche, 14 und 15 Jahre alt, auf der Straße der Kleinstadt an. Man kennt sich. Plötzlich habe sich sein vermeintlicher Komplize geritzt und erklärt, dass er sich eine Seele holen wolle. Mit Blut habe er seinen Namen auf ein Blatt geschrieben, die Jüngeren sollten das unter Drohung nachmachen. Als diese sich weigerten, sei es zum Handgemenge gekommen.

Während der geständige Angeklagte den 15-Jährigen festhielt, soll der andere 19-Jährige zugestochen haben. Das Opfer starb an den insgesamt sechs Stichwunden. Währendessen habe der vermutlich psychisch Kranke den 14-Jährigen aufgefordert, das blutige Messer abzulecken.

Einer der Täter bereits polizeibekannt

Der mutmaßliche Täter, der laut Anklage zustach, ist bei der Polizei kein Unbekannter: Er gestand, mit einer geladenen Schreckschusspistole in ein Geschäft gegangen zu sein, ohne Wissen seiner Großmutter Geld von deren Konto abgehoben zu haben und mit einem Auto ohne Führerschein vor der Polizei geflohen zu sein. Die Fahrt endete mit einem Crash. Auch deswegen muss er sich nun vor Gericht verantworten.

Der junge Mann leidet laut Anklage an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Beim Prozess geht es auch darum, ob er in ein Gefängnis oder ein psychiatrisches Krankenhaus muss.

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