Nach Unfall im Frankfurter Zoo: Vater des ertrunkenen Jungen erhebt schwere Vorwürfe

Am 04.07.2018 veröffentlicht

Im Juni diesen Jahres passierte das Unglück und für Jalal Feydi und seine Familie brach eine Welt zusammen. Ihr kleiner Sohn ist im Frankfurter Zoo in den Wassergraben vor dem Kamelgehege gefallen und ertrunken. Jede Hilfe kam für den Zweijährigen zu spät. Jetzt erhebt der Vater mithilfe seines Anwalts schwere Vorwürfe.

 

Nach dem Fastenbrechen wollte er seine Kinder mit einem Ausflug in den Zoo überraschen, es war das erste Mal für den kleinen Fisal und es sollte etwas ganz besonderes werden. Der Streichelzoo lockte die Familie an, Fisal kam immer wieder angerannt und küsste seinen Papa nachdem er wieder zu den Tieren zurück lief, Jalal und seine Frau ahnten nichts Böses. Doch plötzlich bildete sich eine Menschentraube und die Eltern verloren ihren Sohn für wenige Sekunden aus den Augen. Als sie sich umsahen war er verschwunden.

Nachdem die Suche nach dem Zweijährigen vergebens war, meldetet der Vater des Kindes den Vorfall am Eingang des Zoos, um eine mögliche Entführung zu stoppen. Was er als Antwort bekam schockierte ihn. Die Mitarbeiter am Eingang des Zoos haben keinen Kontakt zum restlichen Team. Schlussendlich konnte Jalal die Dame dazu bewegen eine Durchsage zu tätigen. Kurz darauf bekam er die Information, dass Fasil ertrunken sei und aus dem Wassergraben gerettet wurde.

Als er an der Unfallstelle ankommt sieht er seinen kleinen Sohn am Boden liegen. Einigen Ersthelfer versuchen ihn zu stabilisieren bis der Notarzt kommt. Die Mutter des Kleinen wird ohnmächtig, denn alles geht sehr schnell. Jalal weiß nicht wie ihm geschieht, geschweige denn was er tun soll. Aus der liebgemeinten Überraschung für die Familie wird ein wahr gewordener Alptraum. Bis heute leiden Mutter, Vater und Geschwister unter Schlafstörungen und können nicht wahrhaben, dass Fisal nicht mehr bei ihnen ist.

Anwalt der Familie will jetzt gegen den Zoo vorgehen

Der Familienvater erhebt schwere Vorwürfe gegen den Frankfurter Zoo. Der Zoo sei nicht sicher, sonst wäre so etwas nie geschehen und von Mitleid und Unterstützung des Zoodirektors gegenüber der Familie kann man nicht sprechen. Der Zoo achte mehr auf das Wohl der Tiere als auf die Sicherheit der Menschen. Welches kleine Kind kann von einer Kette und einem Stoppschild aufgehalten werden, fragt sich der Vater des Jungen.

Die Feydis haben nun einen Anwalt eingeschaltet und hoffen so auf die nötige Unterstützung. Auch er ist der Meinung, dass die Sicherung ungenügend war und der Zoo Verantwortung dafür übernehmen muss. Es habe sich eine Frau gemeldet, deren Kind im vergangenen Oktober aus dem Wasser gerettet werden konnte, sie sei eine wichtige Zeugin. Es liege im Fall Fasil zwar keine Tathandlung vor, allerdings ein Unterlassen, welches dann strafbar wird, sobald die Garantenpflicht verletzt wird. Das bedeutet, dass der Zoo die Sicherheit der Besucher mit dem Zahlen der Eintrittstickets garantiert, aber die nötigen Sicherheitsmaßnahmen nie getroffen hat. Eine weitere Frage die im Raum steht: "Wenn der Zoo von seinem Sicherheitskonzept überzeugt ist, warum wird dann jetzt nachgebessert?", diese und weitere Fragen stellen sich Jalal Feydi und sein Anwalt jetzt.

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