Neue Datenschutz-Regeln: Worauf Hobby-Fotografen nun achten sollen

Am 24.05.2018 veröffentlicht

E-Mail-Fächer laufen gerade über - viele Unternehmen bitten ihre Kunden, den neuen Datenschutzregeln zuzustimmen. Die Europäische Union möchte dem Verbraucher mehr Rechte einräumen und Transparenz ermöglichen. Doch vor allem Hobby-Fotografen fürchten, dass sie bei ihren Foto-Touren eingeschränkt werden.

Die Fotofreunde Mittelhessen pilgern immer mal wieder durch ihre Stadt Wetzlar. Dort nehmen sie den Dom, oder die berühmte Lahn-Brücke ins Visier. Nun fürchten sie, dass mit den neuen Datenschutzregeln solche Fotos nicht mehr möglich sind, schließlich sind immer Passanten im Bild. Auch Vertreter von Sportvereinen haben in den vergangenen Wochen viel Kleingedrucktes lesen müssen.

Ziel der sogenannten DSGVO ist eine Art Datensparsamkeit: Unternehmen dürfen fortan nur noch jene Daten von Kunden oder Nutzern abfragen, die für den betreffenden Zweck auch erforderlich sind. Bedeutet: Ein Handwerksbetrieb benötigt zwar Name und Adresse seines Kunden, um einen Auftrag auszuführen – aber sicher nicht dessen Geburtsdatum. Nicht relevante Informationen müssen Firmen entweder aus den Daten löschen oder die Verbraucher um ihr Einverständnis für die Speicherung bitten.

Datenschutzregeln nicht reflexartig zustimmen

Klar, die ständigen Hinweise auf irgendeinen neuen Datenschutz-Kram können nerven. Aber klicken Sie nicht einfach auf "zustimmen", weil Ihnen das Lesen zu lästig erscheint: Genau darauf baut so manches Unternehmen und nutzt die Umstellung zu einer Art Frühjahrsputz beim Datenschutz. Falls Sie also gefragt werden, ob Ihnen z.B. "nützliche und relevante Werbeanzeigen" eingeblendet werden sollen, überlegen Sie sich gut, ob Sie das wirklich wollen.

Die neue Datenschutzverordnung betrifft auch Vereine. Sie müssen angepasste Einverständniserklärungen für Mitgliederdaten einholen. Das gilt auch für die Veröffentlichung bestimmter Fotos im Netz. Aber: "Ein Sportverein darf aber ohne Einwilligung Wettkampfergebnisse oder Ranglisten mit Sportlernamen veröffentlichen", sagt Anwältin Julia Dönch von BDO Legal. Fotografen hingegen dürften von der DSGVO weniger stark betroffen sein als zunächst befürchtet. "Die Annahme, dass die DSGVO dem Anfertigen von Fotografien entgegenstehe, ist unzutreffend", erklärt das Bundesinnenministerium. Es gelte dafür wie bisher das Kunsturhebergesetz. Man muss also nicht von jeder Person das Einverständnis einholen, fotografiert zu werden. Sondern nur, wenn man das Bild zum Beispiel in der Presse veröffentlichen will.

Unternehmen müssen Anfragen schnell beantworten

Grund zur Panik besteht wegen der neuen Regeln also nicht, aber sie bedeuten für viele einen Menge Arbeit und Achtsamkeit. Kleinere Firmen zum Beispiel haben die gleichen Kriterien zu erfüllen wie alle anderen – für manchen Mittelständler eine Herkulesaufgabe. Und auf Anfragen müssen Unternehmen innerhalb eines Monats antworten. Geschieht dies nicht, können sich Verbraucher bei der Datenschutzbehörde über das Unternehmen beschweren.

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