Niddapark-Mord: Frankfurter Wirt in U-Haft

Am 13.05.2018 veröffentlicht

Im Fall um die ermordete Irina A. konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Das teilten die Staatsanwaltschaft Frankfurt und die Frankfurter Polizei am Sonntag mit. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um den 50-jährigen Szene-Gastronom Jan M.

Blutspur am Tatort im Niddapark führte zu Jan M.

Wie die Polizei mitteilte, konnte am Tatort eine Blutspur gesichert werden, die zweifelsfrei dem Tatverdächtigen zuzuordnen sei. Schon zuvor war der Frankfurter Wirt in das Licht der Ermittler gerückt. Allerdings gestalteten sich die Ermittlungen schwierig: Der Besitzer der Frankfurter "First-In"-Bar hatte ein auf den ersten Blick glaubhaftes Alibi. Erst die Übereinstimmung der am Tatort gesicherten DNA mit der DNA des 50-Jährigen brachte den entscheidenden Beweis.

Am Samstag dem Haftrichter vorgeführt

Der 50-Jährige wurde vorläufig festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ dieser Haftbefehl wegen Mordes. Jan M. hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sollen sich Opfer und Täter öfter wegen Geld gestritten haben. Offenbar hatte der Gastronom Schulden bei Irina A., die sie nun zurückforderte. 

Jan M. und Irina A. waren verabredet

Bislang geht die Frankfurter Polizei davon aus, dass sich Irina A. und Jan M. am Abend des 8. Mai im Niddapark zu einem gemeinsamen Spaziergang getroffen haben. Es soll zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Verlauf der Frankfurter Gastronom die 29-Jährige mit mehreren Messerstichen tötete. Anschließend soll er sie vom Weg in eine angrenzende Wiese gezogen haben.

Opfer war der Polizei bekannt

Bei der Toten handelt es sich um die 29-jährige Irina A., die im Herbst wegen Falschaussage angeklagt war. 2017 hatte sie zusammen mit dem tatverdächtigen Frankfurter Gastronom Jan M. behauptet, ihre Bar auf der Fressgass sei in der Silvesternacht von einer Gruppe aggressiver arabischstämmiger Männer heimgesucht worden, die mehrere Frauen belästigt hätten. Die Bild-Zeitung hatte damals von einem "Sexmob" berichtet und sich später für die Verbreitung der Falschmeldung entschuldigt. Ob das Tötungsdelikt im Zusammenhang mit dem Gerichtsverfahren steht, wollte die Polizei nicht bestätigen.

Großangelegte Spurensicherung

Ein Spaziergänger hatte am frühen Mittwochmorgen die Frauenleiche im Frankfurter Niddapark gefunden. Der leblose Körper lag vollständig bekleidet und blutverschmiert im Gras im Niddapark. Außerdem wurden Stichverletzungen am Arm festgestellt. "Die äußeren Umstände deuten auf ein Tötungsdelikt hin", sagte der Polizeisprecher. Der Fundort wurde großräumig abgesperrt. Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen war am Morgen auch ein Polizeihubschrauber über dem Niddapark im Einsatz. 

 

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