Belastung statt Entlastung: In Nordhessen steigen Krippengebühren

Am 01.11.2018 veröffentlicht

Einige Eltern in Nordhessen müssen in Sachen Kinderbetreuung in der Krippe für die ganz Kleinen tief in die Tasche greifen. Auf der einen Seite heißt es gebührenfreier Kindergarten, aber am Ende ist es eher eine Mogelpackung, weil statt der Gebührenfreiheit eher die Mehrkosten überwiegen.

Die zuverlässige Betreuung ihrer Kinder ist für Christine Glück extrem wichtig. Die Lehrerin arbeitet Vollzeit, ihre beiden Kinder bringt sie zur städtischen Kita. Zwar sind die Betreuungskosten für ihren fünfjährigen Sohn Jonathan zumindest für sechs Stunden am Tag nun frei – doch die Kosten für ihren zweijährigen Sohn Samuel sind plötzlich enorm gestiegen. Für beide Kinder bezahlt sie nun mehr als 500 Euro im Monat.

Der Betreuungsplatz für unter drei Jahre ist von 202 Euro auf ganze 306 Euro erhöht worden. Informiert wurden die Eltern auch erst kurz vor der Erhöhung, eine Frechheit, wie einige finden. Der Bürgermeister Frank Grunewald hat eine Erklärung dafür: "Das Land der Gesetzgeber hat erst Ende April das Gesetz letztendlich so beschlossen, hat die Umsetzungsverordnungen Mitte Mai zur Verfügung gestellt sodass wir nur noch einen Handlungsspielraum hatten im Juni und dann im Grunde 14 Tage vor den Ferien auch den Beschluss zu fassen und auch die Eltern tatsächlich auch Mitte Juli informieren zu können."

Die Eltern in Niedenstein haben jetzt eine Protestgruppe gegründet. Am Donnerstagabend, wollen sie das Thema nochmal in der Stadtverordnetenversammlung ansprechen und sich stark machen für Gerechtigkeit und faire Gebühren.

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