imago/Sebastian Widmann

NSU Prozess: Urteil gegen Beate Zschäpe erwartet

Fünf Jahre nach Prozessbeginn ist es soweit, das Urteil gegen die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Beate Zschäpe und die vier Mitangeklagten wird erwartet. Gegen 10 Uhr wollen die Richter ihre Entscheidung über das Strafmaß verkünden.

Die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (kurz NSU) soll insgesamt zehn Menschen getötet haben, darunter neun Migranten und ein Polizist. Nach dem Tod der beiden mutmaßlichen ausführenden Täter 2011, startete am 06. März 2013 der Prozess gegen Beate Zschäpe. Ihr wird Mittäterschaft, sowie die Mitgliedschaft im NSU vorgeworfen.

Die rechte Organisation bildete sich 1999 zur Ermordung von Mitbürgern aus fremdenfeindlichen und rassistischen Motiven. Neben den Morde von 2000 bis 2007 verübten die Täter drei Sprengstoffanschläge, sowie 15 Raubüberfälle. Unter den neun getöteten Migranten befanden sich auch zwei Hessen.

Auch Hessen unter den Mordopfern

Enver Simseks war ein Blumenhänder aus dem südosthessischen Schlüchtern und das erste Opfer des NSU. Er wurde im September 2000 an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg niedergeschossen. Zu den Opfern zählte auch Halit Yozgat. Der damals 21-Jährige kommt aus Kassel und wird 2006 in seinem Internetcafé in der Holländischen Straße erschossen, er ist das letzte Opfer der Mordserie. Um den beiden zu gedenken, hat Kassel den Halitplatz an der Holländischen Straße ins leben gerufen.

Die Richter wollen gegen 10 Uhr am Mittwoch (11.Juli) das Urteil bekanntgeben. Beate Zschäper versuchte sich während des Prozesses immer wieder von den Morden zu distanzieren und sich von ihren Mittätern abzugrenzen. Doch viele glauben ihr nicht und auch die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

 

 

Themen
Kommentare