Mutter im Interview: Hanna (21) spendet ihre Organe - nach tödlichem Unfall

Am 01.06.2019 veröffentlicht

Alleine in Deutschland warten rund 10.000 Menschen auf ein neues Organ. Was für sie ein neues Leben bedeutet, bedeutet für einen Organspender den Tod. Vor zwei Jahren hatte Hanna Schlitter einen schlimmen Autounfall, den sie nicht überlebte. Zuvor hatte sie sich als Organspenderin registriert. Nach dem Tod kam ihre Mutter dem Wunsch der 21-Jährigen nach und spendete Hannas Organe.

"Der Tag fing eigentlich an wie immer. Unsere Tochter Hanna hat sich verabschiedet – mit einem Lachen im Gesicht und einem Winken", schildert Tamara Schlitter den Morgen des Unfalls. Gegen halb zwei erhält Tamara einen Anruf von ihrem Mann, es wäre etwas Schlimmes passiert, die Polizei wäre bei ihnen zuhause. Die 50-Jährige fährt nach Hause, nach Feuerbach, einem Ortsteil von Friedberg in der Wetterau. "Dort wurde uns mitgeteilt, dass unsere Tochter einen schweren Unfall hatte und sie mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde."

Es war Hannas Entscheidung

Dort teilten die Ärzte der Familie mit, dass keine Operation mehr möglich ist, zu schwer waren die Kopfverletzungen. "Sie hat durchweg geblutet. Sie hat aus den Ohren, aus der Nase und aus dem Mund geblutet", erzählt Schlitter. Im Verlauf des Tages stellten die Ärzte Hannas Hirntod fest.

"Irgendwann ging es dann um die Organspende", so die Mutter. Hanna hat sich viel mit dem Thema beschäftigt, hat sogar einen Zettel geschrieben auf dem steht, was sie möchte und was nicht. Es war ihre eigene Entscheidung gewesen sich als Organspenderin zu registrieren.

Die Organspende in Deutschland

Etwa 9.500 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten warten auf eine Spenderniere. Im letzten Jahr gab es bundesweit 955 Organspender. Europäisch betrachtet gibt es viele Länder, die höhere Spenderzahlen haben als wir in Deutschland.

Damit Organe in Deutschland gespendet werden können müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Es muss die Zustimmung vorliegen und der Hirntod muss festgestellt werden. Wer sich nach dem Tod als Organspender zur Verfügung stellen will, braucht einen vollständig ausgefüllten Organspendeausweis. Hier klären wir die wichtigsten Fragen rund um die Organspende.

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