Protest gegen Sodexo: Schüler und Lehrer marschieren zu Firmensitz

Am 30.04.2018 veröffentlicht

Aufgrund einer gesetzlich vorgeschriebenen Ausschreibung soll an der Frankfurter Schule IGS Nordend die bisherige Schulkantine durch den Großcaterer Sodexo ersetzt werden. Schülern, Lehrern und Eltern passt das gar nicht – sie protestieren gegen den anstehenden Wechsel. Ein Schüler hat sogar gegen die Stadt Frankfurt geklagt.

Einen Monat ist es nun her, dass die Schüler der IGS Nordend vor dem Frankfurter Bildungsdezernat lautstark für den Erhalt ihrer aktuellen Schulmensa „Cantina Buen Barrio“ protestierten. Hintergrund ist eine europaweite Ausschreibung, die nun für einen Wechsel in Sachen Verpflegung sorgen soll. Gewonnen hat der Rüsselsheimer Großcaterer „Sodexo“.  Und das passt sowohl den Schülern als auch deren Eltern gar nicht. Sie möchten, dass die aktuelle Kantine um Köchin Sandra Beimfohr auch in Zukunft das Mittagessen zubereitet.

Mit einem Protestmarsch von der Schule in Frankfurt bis hin zum Rüsselsheimer Sodexo-Unternehmenssitz wollen Schüler und Lehrer ihre Meinung gegenüber der Firma nochmals verstärkt zum Ausdruck bringen. Mehrere hundert Schüler und Lehrer nutzen den heutigen Brückentag wortwörtlich als „Wandertag“. Mit der S-Bahn fuhren sie zum Rüsselsheimer Bahnhof und von dort aus ging es mit einem dreißigminütigen Fußmarsch weiter bis zum Firmensitz. Dort wollen die Schüler eine Unterschriftenliste abgeben und erreichen, dass sich Sodexo aus dem Vergabeverfahren zurückzieht. Das dürfte aber wohl nicht passieren. Dieter Gitzen, Sodexo-Geschäftsführer für den Bereich Schulen und Universitäten, brachte gegenüber der Frankfurter Rundschau vielmehr zum Ausdruck, dass man alle Beteiligten von der Qualität und Frische der zubereiteten Speisen überzeugen wolle.

Ein 15-jähriger Schüler hat sogar beim Verwaltungsgericht eine Klage gegen die Stadt Frankfurt eingereicht. Damit konnte eine Vertragsunterzeichnung bisher verhindert werden - es wird jedoch gemutmaßt, dass das Verwaltungsgericht die einstweilige Verfügung nicht annehmen wird. Das würde bedeuten, dass der Vertrag zwischen der Stadt und Sodexo unterschrieben werden könnte. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gerät in diesem Thema auch zunehmend unter Druck. Sogar vom Koalitionspartner, den Grünen, hagelte es Kritik.

Wie nun bekannt wurde, soll der Rüsselsheimer Großcaterer in Zukunft auch drei weitere Frankfurter Schulen bekochen: Die Friedrich-Ebert Schule, die Theobald-Ziegler-Schule und die Otto-Hahn-Schule. Auch diese drei Bildungsstätten, so heißt es, wollen sich dagegen wehren.

 

Empfohlene Kanäle