Sollen Kinder fasten?: Justizministerin Kühne-Hörmann will Eltern bestrafen

Am 10.05.2019 veröffentlicht

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) will Eltern bestrafen, die ihre schulpflichtigen Kinder zum Fasten zwingen. "Wenn kleine Kinder gezwungen werden zu fasten, dann ist das gesundheitsschädlich", so die Ministerin im RTL-Interview.

Am Montag hatte für gläubige Muslime der Fastenmonat Ramadan begonnen. In Deutschland sind geschätzt fünf Millionen zur Enthaltsamkeit aufgerufen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte sich vergangene Woche gegen strenges Fasten von Schulkindern ausgesprochen.

"Durch Eltern oder Dritte erzwungenes Kinderfasten sollte deshalb gesetzlich untersagt und strafrechtlich sanktioniert sein."

Der Schutz des Kindeswohls sei an vielen Stellen im Strafgesetzbuch abgesichert, greife aber in solchen Fällen nicht ausreichend, sagte Kühne-Hörmann der Bild-Zeitung. So sehe etwa der Paragraf 171 des Strafgesetzbuchs bei Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Die Ministerin schlägt eine Erweiterung des Gesetzes vor. "Ich bin dafür, dass sich Eltern, die ihre Kinder in einer religiös fundamentalistischen Art und Weise erziehen, künftig strafrechtlich - und damit vor Gericht - verantworten müssen", sagte sie.

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