Razzia in Hessen: Polizei geht gegen Osmanen Germania vor

Am 10.07.2018 veröffentlicht

Die hessische Polizei hat am Dienstagmorgen gegen Mitglieder der Rockergang "Osmanen Germania" Razzien durchgeführt. Von der Gruppe ginge "eine schwerwiegende Gefährdung" aus.

Das hessische Innenministerium hat im Zusammenhang mit der rockerähnlichen Gruppe "Osmanen Germania" am Dienstag "polizeiliche Maßnahmen" in Hessen bestätigt. Zu Details machte ein Ministeriumssprecher zunächst keine Angaben. Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Gruppe verboten, wie das Bundesinnenministerium kurz zuvor mitgeteilt hatte. "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", hieß es zur Begründung aus Berlin. Zugleich war von Razzien in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern die Rede.

Mitglieder verübten schwere Straftaten

Nach Schätzungen der Polizei hat der türkisch-nationalistische Verein bundesweit mindestens 300 Mitglieder. Seit März läuft in  Stuttgart ein Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder. Seehofer erklärte, Bund und Länder bekämpften entschieden alle Erscheinungsformen organisierter Kriminalität, auch rockerähnliche Gruppierungen. "Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann von uns keine Nachsicht erwarten", so Seehofer. Das Verbot stützt sich laut Innenministerium auch auf Erkenntnisse, die im Rahmen von Ermittlungsmaßnahmen Mitte März gewonnen wurden. Ziel war es damals, nähere Informationen über Struktur und Leitung des Vereins und das Zusammenwirken mit seinen Teilorganisationen zu erlangen.

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