Einkommensverluste: Rhein-Main wird unter Brexit leiden

Am 21.03.2019 veröffentlicht

Wie wirkt sich ein Brexit auf die Einkommen der verbleibenden EU-Länder und speziell auf Deutschland aus? Mit Verlusten in Milliardenhöhe, prognostiziert eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Rhein-Main würde demnach besonders leiden.

Auch wenn keiner weiß, wie der Brexit aussehen und wann er vollzogen wird - das Bruttoeinkommen in Deutschland schmälert er einer Studie zufolge wohl in Milliardenhöhe. Komme es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens ohne Vertrag, müssten sich die Deutschen auf einen Einkommensverlust von fast 10 Milliarden Euro jährlich einstellen. Pro Kopf bedeute das rein statistisch gesehen rund 115 Euro weniger, schätzt eine Berechnung der Bertelsmann-Stiftung.

Rhein-Main-Gebiet fehlt eine halbe Milliarde

Im Regierungsbezirk Gießen wird jeder Arbeitnehmer den Berechnungen zufolge im Schnitt 87 Euro weniger pro Jahr in der Tasche haben. Auf die Region gerechnet seien es 90 Millionen Euro. Im Bezirk des Kasseler Regierungspräsidiums müsse man sich auf ein Minus von 115 Millionen Euro einstellen, was pro Kopf 95 Euro im Jahr ausmacht.

Das Rhein-Main-Gebiet sei besonders betroffen, sollte es zu einem harten Brexit kommen. Im Regierungsbezirk Darmstadt, zu dem auch Frankfurt gehört, würde jeder Arbeitnehmer 125 Euro im Jahr weniger verdienen. Insgesamt würde der Wirtschaft fast eine halbe Milliarde Euro fehlen, laut Bertelsmann-Studie 492 Millionen Euro.

Weicher Brexit hilft auch hessischer Wirtschaft

Der Brexit würde vor allem Regionen treffen, die einen hohen Anteil mittelständischer Unternmehmen hätten. Bei einem vertraglich geregelten Austritt sieht die Simulation weit weniger negative Auswirkungen. Für Deutschland nehme man dann Einkommensverluste von rund 5 Milliarden Euro an. Auch für die gesamte EU (ohne Großbritannien) würde sich der Verlust in etwa halbieren - auf geschätzte 22 Milliarden Euro.

 

 

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