Quer durch den Main: Der etwas andere Arbeitsweg

Am 14.08.2018 veröffentlicht

Jutta Maaßen aus Rodgau-Jügesheim hat aus der Not eine Tugend gemacht. Nachdem die Fähre zwischen Seligenstadt und Karlsteinden Fahrbetrieb verkürzte, entschied sie sich, zur Arbeit zu schwimmen. Das war vor einem Jahr. 

Wenn andere morgens ihren Aktenkoffer packen, packt Jutta Maaßen ihre wasserfesten Taschen. Sie braucht nicht viel: ihre Flossen, ein Handtuch und das Wichtigste für die Arbeit. Seit über einem Jahr schwimmt die Ingenieurin jetzt täglich im Main zur Arbeit. Lediglich im Winter muss sie manchmal auf klassischere Transportmöglichkeiten ausweichen. Im August 2017 haben wir sie zuletzt besucht.

Eigentlich war es nur eine Notlösung

Früher hat die 52-jährige die Fähre von Seligenstadt nach Karlstein genommen. Die Stadt aber will sparen, weswegen der Fährverkehr erst um 9:45 Uhr startet. Das ist für Jutta Maaßen jedoch zu spät. Die nächste Brücke ist ebenfalls sehr weit entfernt, sodass der Umweg zu groß wäre. Also entschied sie sich, den kürzesten Weg zu nehmen- und der führt quer durch den Main.

Es hat aber auch manchmal seine Vorteile: Es gibt keinen Pendlerverkehr und keine Staus. Nur ein paar Enten kreuzen ihren Weg. Bei dem heißen Wetter der letzten Wochen ist es für Jutta Maaßen sogar die bessere Alternative, denn während ihre Kollegen auf dem Weg zur Arbeit im Auto oder der Bahn schwitzten, konnte sie sich beim Schwimmen etwas abkühlen.

Im Winter muss sie große Einschränkungen hinnehmen

Obwohl der Weg im Sommer durchaus seine Vorzüge hat, würde Jutta Maaßen die Fähre durchaus bevorzugen. Wenn die Temperaturen im Winter um die null Grad sind, ist sie dazu gezwungen auf die späte Fähre oder das Auto umzusteigen. Das Schwimmen sollte auch eigentlich keine Dauerlösung werden, doch die Ingeneurin hat wenig Hoffnung, dass sich noch vor ihrer Rente etwas an der Situation ändert.

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