Rodungen für A49-Ausbau: Festnahmen bei Wald-Blockaden

Am 01.10.2020 veröffentlicht

Der Tag, den die Klima-Aktivisten des Dannenröder Forstes mit aller Kraft versucht hatten zu verhindern, ist nun gekommen. Bereits in den frühen Morgenstunden bereitete sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. Der Dannenröder Forst wird seit einem Jahr besetzt, nun fallen ganz in der Nähe die ersten Bäume. Die Rodung beginnt im Herrenwald, unter Polizeischutz sollen die ersten Maschinen ihre Arbeit verrichten. Auch im nahe gelegenen Dannenröder Forst sollen Bäume gerodet werden.

Update: Die Polizei hat bei ihrem Einsatz im Herrenwald bis zum Donnerstagnachmittag zwei Baumhäuser entfernt. Deren Besetzer sind unterdessen auf andere Bäume geklettert. Die Räumung soll noch bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt werden, kündigte ein Polizeisprecher an. In den Nächten und am kommenden Wochenende fänden keine Räumungen und keine Rodungsarbeiten statt.

Update: Bisher wurden wohl sechs Aktivisten festgenommen, 13 erhielten einen Platzverweis, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber Pressevertretern. Von insgesamt 70 Personen seien die Personalien festgestellt worden.

Der Großeinsatz rund um die ersten Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 ist nach Polizeiangaben bisher ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Die Stimmung sei friedlich und konfliktfrei, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag im Herrenwald bei Stadtallendorf. In dem Waldstück hätten sich etwa 20 bis 40 Aktivisten in insgesamt sieben Baumhäusern und auf Plattformen verschanzt. Wann die Räumung beginnt, stehe bisher noch nicht fest, sagte der Sprecher. Man werde dabei sehr langsam und vorsichtig vorgehen, damit niemand zu Schaden komme. Die Umweltschützer protestieren gegen den Weiterbau der A49, für die Waldstücke gerodet werden.

Die A49 soll nach dem Lückenschluss Kassel und Gießen miteinander verbinden. Derzeit endet die Autobahn noch bei Neuental im Schwalm-Eder-Kreis. Gegen das Verkehrsprojekt, für das Bäume im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm sowie im nahe gelegenen Herrenwald gefällt werden sollen, wehren sich Umwelt- und Klimaschützer. Unter anderem hatten sich Organisationen wie Attac Deutschland, Robin Wood und Extinction Rebellion den Protesten angeschlossen. Befürworter der A49 erhoffen sich nach Fertigstellung der Autobahn weniger Verkehrslärm in den umliegenden Dörfern, kürzere Wege für Pendler und eine bessere Anbindung für Unternehmen in der Region. Die Gegner halten das Projekt auch angesichts der Klima-Krise für überholt, da es der Verkehrswende entgegenstehe.

Quelle: dpa

 

 

 

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