Umstrittene Rückkehr: Dürfen ehemalige IS-Kämpfer zurück nach Deutschland?

Am 20.02.2019 veröffentlicht

"Warum habt ihr das getan? Was habe ich falsch gemacht?" - Das fragt sich Joachim Gerhard immer wieder. Seine Söhne kämpfen für die Terrorvereinigung Islamischer Staat. Mittlerweile sitzen 42 Deutsche, die für den IS in den Krieg zogen, in kurdischer Haft. Wenn die Kurden diese abschieben wollten, kann Deutschland sie nicht zurückweisen. Doch die Bundesregierung hält sich mit einer klaren Entscheidung bedeckt.

Vor vier Jahren zogen Joachim Gerhards Söhne für den IS in den Krieg. Der 55-Jährige reiste sogar in das Krisengebiet nach Syrien, um nach den Beiden zu suchen, fand sie jedoch nicht. Ob sie immer noch für die Terrorvereinigung kämpfen, weiß er nicht. Ihm ist nur bekannt, dass sie Familie haben und leben.

42 ehemalige deutsche IS-Kämpfer sitzen mittlerweile in kurdischer Haft. Wenn die Kurden diese abschieben wollen, bleibt Deutschland eigentlich keine Wahl als sie aufzunehmen. Doch die Bundesregierung äußert sich klar zu den Fällen. "Es wäre falsch, wenn wir pauschal oder kollektiv ehemalige IS-Kämpfer nach Deutschland zurückholen. Im Einzelfall wird sehr intensiv zu prüfen sein, ob es sich wirklich um deutsche Staatsangehörige handelt", sagt Stephan Mayer, der Staatssekretär des Bundesinnenministeriums. 

Joachim Gerhard aus Zierenberg sieht das anders. Für ihn ist klar, dass diese Menschen von Deutschland aufgenommen werden müssen. Auch wenn er selbst, keine Hoffnung mehr hat, dass seine eigenen Söhne jemals zurückkommen werden. Mit diesem Gedanken hat sich der Vater nun abgefunden.

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