Freiwillige Feuerwehr: Dauer-Doppeleinsatz zwischen Beruf und Engagement

Am 06.08.2019 veröffentlicht

Über 20.000 freiwillige Feuerwehren gibt es in ganz Deutschland; eine Millionen Deutsche engagieren sich hier zusätzlich zu ihrer eigentlichen Vollzeit-Arbeitsstelle. Wie wichtig dieses Engagement ist und wie anstrengend der freiwillige Einsatz sein kann, zeigt unser Reporter Cord Eickhoff im Videobeitrag.

Bei einem Großbrand in Rüdesheim treten 210 Einsatzkräfte zum Löschen an. Ein Reiterhof samt Ställen, Wohnungen und Restaurant steht in Flammen. Die Pferde werden gerettet, drei Feuerwehrleute werden während des Einsatzes verletzt. Insgesamt dauert der Einsatz ganze 14 Stunden. Wir treffen David Rovillard von der Feuerwehr Rüdesheim, der bei diesem aber auch bei vielen anderen Einsätzen dabei ist: "Wir hatten innerhalb von sieben Tagen zwölf Einsätze. Die meisten davon waren wirklich Großeinsätze. Wir sind jetzt an der Belastungsgrenze angekommen. Die Leute sind wirklich erledigt. Wir hoffen, dass es jetzt etwas ruhiger wird für uns", erzählt Rovillard im Interview.

Arbeitgeber muss Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze freistellen

Da der freiwillige Einsatz neben dem normalen Beruf ausgeführt wird, ist die Belastung doppelt so hoch. "Das ist schon sehr anstrengend, wenn man um drei Uhr nachts rausgeklingelt wird und dann unter Atemschutz mit der dicken Kluft arbeiten soll, um fünf oder sechs Uhr nach Hause geht, vielleicht noch einmal duscht, dann direkt weiter auf die normale Arbeit geht, wo es direkt weiter geht und man gefordert wird. Nach dem dritten oder vierten Einsatz ist das schon sehr anstrengend", erzählt Benedikt Störzel, ebenfalls Mitglied der Feuerwehr Rüdesheim.

Der Arbeitgeber muss seine Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze freistellen, da sie im öffentlichen Interesse sind. Trotzdem wird das einigen Arbeitgebern zu viel; im letzten Jahr gab es allein in Rüdesheim 270 Einsätze, für die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter freistellen mussten.

 

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