Große Unsicherheit: Opel will Produktion in Rüsselsheim zurückfahren

Am 24.01.2019 veröffentlicht

Der Autobauer Opel will nach Gewerkschaftsinformationen die Produktion in seinem Stammwerk Rüsselsheim drastisch zurückfahren. In diesem Jahr sei nur noch eine Produktion von 68 000 statt 123 000 Autos geplant, berichtete zuerst der "Wiesbadener Kurier". Quelle ist eine interne Mitarbeiterinformation der IG-Metall-Betriebsräte.

Demnach kursieren Zahlen, dass 2019 nur noch 68.000 Fahrzeuge am hessischen Standort produziert werden sollen. 2017 waren es noch über 123.000. Über Auswirkungen auf die Arbeitsplätze war zunächst nichts bekannt. In dem Werk arbeiten rund 3000 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb. Sie montieren die Modelle Insignia und Zafira, für den Opel gerade einen Nachfolger vorgestellt hat, der aber im britischen Luton gebaut wird. Für den langsam auslaufenden Zafira will Opel ein zweites Modell nach Rüsselsheim vergeben, das dann bereits auf einer Plattform des neuen französischen Mutterkonzerns PSA steht. Eine Entscheidung dazu soll noch in diesem Jahr verkündet werden. Zu den aktuellen Produktionsplanungen wollte sich das Unternehmen am Donnerstag nicht konkret äußern. 

Drastischer Sparkurs

Bereits im Dezember 2018 hatte Opel Kurzarbeit angekündigt. Der Autobauer wollte vom Zwei- auf Ein-Schichtbetrieb umstellen. Unter Ägide der französischen Peugeot-Mutter ist Opel auf einen drastischen Sparkurs geschwenkt. Auch im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum sollen 2000 der rund 7000 Arbeitsplätze an einen externen Dienstleister abgegeben werden. Opel hat versprochen, die Sanierung ohne Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen.

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