Opfer einer Gewaltat?: 21-jährige Kasselerin stürzt Klippe in Italien hinunter

Am 28.08.2018 veröffentlicht

Es sollte ein schöner Urlaub bei Freunden ihrer Familie in San Remo werden, doch bis vor kurzem lag Alena S. noch mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus. Die 21-jährige Studentin ist eine Klippe in Italien abgestürzt. Die Frage, die sich die Ermittler nun stellen: Wurde sie von der Klippe gestoßen? Für Mama Joulia steht fest – ihre Tochter wurde Opfer einer Gewalttat.

Ab dem 31. Juli lag Alena S. mit schwersten Verletzungen in einem italienischen Krankenhaus. Seit zehn Tagen ist sie aus dem künstlichen Koma erwacht. Können Sie sich vorstellen, wie es ihr geht? Sie liegt dort ohne zu wissen, was mit ihr vielleicht gewesen war, wo sie ist und wie lange? Man kann verrückt werden", sagt uns ihre Mutter Joulia im Interview.

In San Remo an der Riviera in Italien hatte sie Urlaub gemacht. Am letzten Tag war sie noch einmal ausgegangen und kam nicht mehr zurück. Was in dieser Nacht passierte, darüber können ihre Eltern nur spekulieren. "Vermutlich wollten sie unsere Tochter vergewaltigen, waren aber nicht dazu gekommen. Deswegen wurde sie von dem Felsen runtergeschmissen."

Am frühen Morgen hat ein Zeuge Schreie gehört und einen Kampf beobachtet, bei dem eine Frau geschlagen wurde, berichteten italienische Medien. Zwei Stunden später wurde Alena an einem Steilhang gefunden – 70 Meter ging es dort in die Tiefe. Glücklicherweise ist sie nicht den kompletten Hang nach unten gerutscht, das hätte sie womöglich nicht überlebt.

Wurde Alena S. vergewaltigt und von der Klippe gestoßen?

Die Strandaufsicht, die die verletzte Frau entdeckt hat, hatte sofort die Rettungskräfte und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden dann nicht nur die Studentin, sondern auch einen verletzten 32-jährigen Mann direkt in ihrer Nähe. Dieser Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft, so die italienische Staatsanwältin Barbara Brescia aus Imperia.

Ermittelt wird nun wegen versuchten Mordes und sexueller Gewalt. Er soll die 21-Jährige den Abhang am Meer hinunter gestoßen. Bislang weist der Verdächtige das zurück. „Er sagt, sie haben den Abend zusammen verbracht. Und nachdem sie in einer Bar in Sanremo etwas trinken waren, sind sie mit dem Auto nach Capo Nero gefahren, aber er weist zurück, die Hand erhoben oder noch schlimmer, sie den Abhang heruntergestoßen zu haben. Er erinnert sich an fast nichts von diesem Abend“, sagte der Anwalt des Verdächtigen, Damiris Bellini, laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa. Er habe der Studentin sogar helfen wollen und versucht sie zu retten, als sie Klippe hinuntergefallen ist – deswegen habe er sich auch verletzt und sei ebenfalls gefallen.

Die Studentin soll noch in Italien vernommen werden

Drei Wochen lag Alena im künstlichen Koma. Mittlerweile sei sie wach, aber bisher nicht ansprechbar. "Auch wenn sie nichts sagt, vielleicht nimmt sie was wahr", hofft Mama Joulia. Sie soll so schnell es geht wieder zurück nach Deutschland geflogen werden.
Allerdings wollen die Ermittler noch vor Ort die 21-Jährige vernehmen. Es sei für die Ermittlungen von enormer Wichtigkeit, mit der Frau selbst zu sprechen. Am 3. September soll es eine erste Anhörung des 32-Jährigen geben. Mutter Joulia will auf jeden Fall dabei sein und hofft, dass sich die vielen Fragen klären.

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