Sauberer Zug: Wasserdampf statt Dieselruß

Am 13.04.2018 veröffentlicht

Zugfahren gilt als saubere Alternative zum Auto. Aber auch viele Züge sind mit Diesel betrieben und blasen Giftstoffe in die Luft. Ein neues Projekt soll das nun ändern.

In Wiesbaden wurde heute der Coradia iLint vorgestellt. Ein Zug, der mit einer Brennstoffzelle - also mit Strom - betrieben wird und deswegen praktisch emissionsfrei fährt. Ein Herzensprojekt von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Die Kosten dafür trägt der Rhein-Main-Verkehrsbund. Die Brennstoffzellen werden mit Wasserstoff betrieben, der soll dann künftig im Industriepark Höchst getankt werden.

Antrieb durch Brennstoffzellen und Batterien

Mit rund 150 Gästen an Bord ist ein Nahverkehrstriebwagen von Wiesbaden nach Höchst gefahren, ohne einen einzigen Partikel auszustoßen. Statt eines Dieselmotors treiben Brennstoffzellen und Batterien den knallblauen Coradia iLint des französischen Herstellers Alstom tatsächlich besonders leise an. Von außen ist nur an den aufgedruckten chemischen Symbolen zu erkennen, dass es sich nicht um einen ganz normalen Nahverkehrszug handelt. Neu sind die auf dem Dach montierten Wasserstoff-Tanks und Brennstoffzellen.

Bis zu 26 Züge will der RMV bestellen, die europaweite Ausschreibung mit einem Volumen von rund 150 Millionen Euro wurde an diesem Freitag gestartet. Ab diesem Sommer ist ein Probebetrieb mit Fahrgästen erstmal rund um Bremervörde geplant.

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