"In keinster Weise verkraftbar": Landräte gegen Windräder

Am 02.04.2019 veröffentlicht

Energie aus Windkraft ist für viele eine ökologisch sinnvolle Form der Energiegewinnung. In Südhessen, wo besonders viele Windkraftanlagen stehen, wächst allerdings der Unmut der Bevölkerung. Drei Landkreise wehren sich jetzt öffentlich gegen den Bau neuer Anlagen. Unser Reporter Rafael Fleischmann hat mit einem Bürgermeister und einem Landrat gesprochen.

In Schlüchtern-Wallroth finden die Einwohner Energie aus Windkraft prinzipiell gut – nur zu viel soll es nicht sein. Der Ort ist "umzingelt" von 36 Windrädern, die Natur werde nach Meinung einiger Anwohner verschandelt. Geht es nach der hessischen Landesregierung, soll hier noch mehr gebaut werden. Für Bürgermeister Matthias Möller ein No-Go: "Man sieht nur noch Windkraftanlagen. Das ist für die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr verkraftbar und nicht vertretbar", so Möller im Interview.

Bereits 130 Windräder stehen im Main-Kinzig-Kreis, der "Teilplan Erneuerbare Energien" (TPEE) der Landesregierung sieht noch 270 weitere vor. In einem Brandbrief haben sich die Landräte dreier betroffener Landkreise an Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir gewandt. Die Verteilung der geplanten Windkraftanlagen sei ungerecht; der Odenwaldkreis, der Rheingau-Taunus-Kreis und der Main-Kinzig-Kreis würden die Hauptlast der Windkraftstandorte tragen. Eine Antwort steht bislang aus.

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