Schreiben nach Gehör: Warum diese Lern-Methode für Kinder nicht gut ist

Am 19.09.2018 veröffentlicht

Wenn Kinder nach Gehör das Schreiben lernen, gilt das im Unterricht nicht als Fehler – auch wenn der Inhalt kaum zu erfassen ist. An vielen Grundschulen wird seit Jahren nach der Schreiben-nach-Gehör-Lern-Methode unterrichtet. Doch diese Methode soll mehr Schaden als Nutzen haben.

"Liba fata! Schpiln wia farschtäkkn?" – Was sich wie Kauderwelsch liest, hört sich gesprochen vollkommen richtig an. Viele Grundschulen unterrichten nach diesem Prinzip. Die Kinder lernen nach Gehör zu schreiben. Eine Methode die viele Mütter kritisieren. "Hirsch hat sie als 'Hösch' gesprochen und hat dann auch geschrieben H-Ö-S-C-H", erklärt uns eine Mutter im Video. Im späteren Leben müssen die Kinder es wieder anders lernen.

Kinder sollten das Schreiben mit der Fibel-Methode lernen

Auch die Lehrerverbände kritisieren das Prinzip. Das Schreiben nach Gehör funktioniere erst bei Kindern, wenn diese vor der Schulzeit sauber sprechen könnten, idealerweise sogar schon schreiben gelernt haben. Für die anderen ist das zu schwierig. "Die brauchen andere Methoden, die brauchen eine größere Systematik und auch mehr Unterstützung beim Lesen und Schreiben", so Dr. Ilka Hoffmann von der Lehrergewerkschaft GEW.

Nun haben Forscher an der Universität Bonn herausgefunden, dass es am besten klappt, wenn die Kinder – so wie früher – die Wörter mit der sogenannten Fibel-Methode lernen. Erst einzelne Buchstaben, dann einfache Wörter, bis ein umfangreicher Satz ensteht.

Empfohlene Kanäle