Erneute Drohung: Frankfurter Anwältin von NSU 2.0 bedroht

Am 14.01.2019 veröffentlicht

Im August erhielt die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz einen Drohbrief, der ein rechtsextremes Netzwerk bei der Frankfurter Polizei aufdeckte. Jetzt hat sie erneut einen Fax bekommen, ebenfalls mit "NSU 2.0" unterschrieben.

Vor allem, weil sie im NSU-Prozess um Beate Zschäpe eine der Opfer-Familien vertrat, ist die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz zu einer Reizfigur für Neonazis geworden. Zeitweise habe die Juristin bis zu 50 Drohbriefe am Tag erhalten; auch, weil mutmaßliche Terroristen wie Sami A. und Haykel S. zu ihren Mandanten zählten.

Genau wie bei dem ersten Fall im August, wurden bei dem Drohbrief Daten genutzt, die nur im Melderegister zu finden sind. Daten wie die Namen von Basay-Yildiz' Familienmitgliedern, die unter ihrer Adresse gemeldet sind. Im August richtete sich der Brief an ihre kleine Tochter, darin drohten Unbekannte, ihren Kopf abzureißen. Damals hatte die Anwältin eine Anzeige erstattet, bei den Ermittlungen wurde ein Chat unter fünf Polizisten gefunden, die rechtsextreme und fremdenfeindliche Inhalte geteilt hatten. Die Beamten sind seitdem vom Dienst suspendiert. Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel

Der erneute Drohbrief deutet darauf hin, dass auch diesmal Polizeidaten genutzt wurden - und er bezieht sich direkt auf die Suspendierung der Frankfurter Polizisten. Noch weiß die Polizei nicht, wer den Brief verfasst hat. Basay-Yildiz wurde versichert, dass keine Gefahr für sie und ihrer Familie bestehe. Gleichzeitig habe die Polizei ihr einen Waffenschein zu ihrem eigenen Schutz angeboten.


 

 

 

 

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