"Catcalls" aus Kassel: Mit Kreide gegen sexuelle Belästigung

Am 13.11.2019 veröffentlicht

"Geile Titten!"oder "Beweg deinen heißen Knackarsch für mich!":
Mit solchen Sprüchen werden laut einer amerikanischen Studie der Initiative "StopStreetHarassment" drei von vier Frauen und jeder dritte Mann Opfer von sexueller Belästigung. Deshalb geht Laura in Kassel auf die Straße. Sie will die verletzenden Worte und ihre Urheber wortwörtlich ankreiden.

Frauen, aber auch Männer können sich via Instagram bei Laura (catcallsofkassel) melden, um ihr ihre Erfahrungen mitzuteilen. Die 25-Jährige verschafft den Opfern Gehör, indem sie diese Sprüche mit Kreide auf die Straße schreibt - an den Orten, wo die Betroffenen belästigt wurden. So konfrontiert sie auch die "Täter" unmittelbar.

Weltweite Community gegen sexuelle Belästigung

Gestartet ist die Bewegung, die zu mehr Respekt aufrufen soll, in New York. Mittlerweile finden sich Kämpfer gegen die sexuelle Belästigung in vielen Städten auf der ganzen Welt - es ist eine richtige Community entstanden.

Im Sommer 2019 hat die Museumsvolontärin das Projekt ins Leben gerufen. Fast eintausend Leute folgen inzwischen ihrer Seite auf Instagram. Etwa jeden zweiten Tag bekommt Laura Nachrichten mit Catcalls, also anzüglichen Sprüchen und Erfahrungen von Alltagssexismus aus Kassels Innenstadt.

Was Laura für das kommende Jahr plant, hat sie unserem Reportern Tim Ellrich und Martina Lewinski erzählt - alles dazu im Video.

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