Nahles, Dreyer und Schwesig haben sich auf rote Hosenanzüge geeinigt, um Schäfer-Gümbel zu unterstützen. Foto: RTL Hessen

SPD startet Aufholjagd: "Wir brauchen einen Wechsel"

Mit scharfen Angriffen auf die CDU hat SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel in Offenbach die heiße Wahlkampfphase seiner Partei eröffnet.

Schäfer-Gümbel sagte, die hessische CDU sei weder in der Frage des sozialen Wohnens noch in ihrer Abgrenzung nach rechts in Richtung der AfD glaubwürdig. Sie habe erst vergangene Woche erkannt, dass sie gegen Rechtspopulismus Stellung beziehen müsse, sagte Schäfer-Gümbel mit Blick auf Volker Bouffier. Der Ministerpräsident hatte in einer Regierungserklärung und auf dem CDU-Programmparteitag die Rechtspopulisten der AfD attackiert.

Der CSU warf Schäfer-Gümbel vor, im bayerischen Landtagswahlkampf einen Rechtsruck vollzogen zu haben. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder habe sich in Interviews "fahrlässig, gefährlich und schäbig" geäußert. Die Attacken der CSU auf die SPD seien der Versuch, immer weiter nach rechts zu marschieren. "Populismus darf bei Demokraten niemals eine Antwort sein", sagte Schäfer-Gümbel und rief am Rednerpult "Seehofer und Söder, kehren Sie um!"

Harten Wahlkampf vor Augen

Die rund 400 Genossen rief der Landesparteichef zu vollem Einsatz auf. "Wir haben die nächsten Tage alle Hände voll zu tun, um eine Mehrheit zu erreichen." Er sei zuversichtlich, dass die SPD als Sieger aus der Wahl am 28. Oktober hervorgehen werde. Es gehe um einen Richtungswechsel im Land.

Schäfer-Gümbel bekräftigte seine Pläne, in Kitas und Schulen zu investieren sowie mehr günstigeren Wohnraum und mehr Sozialwohnungen zu schaffen. "Ich verspreche, mit mir als Ministerpräsident wird bezahlbarer Wohnraum die Priorität Nummer eins in der Landespolitik bekommen." Auch weniger Staus und mehr Schienenbau versprach der Vorsitzende der Landes-SPD.

Bundesvorsitzende unterstützt Wahlkampf

Auch die SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles rief die SPD-Mitglieder zu vollem Einsatz im Wahlkampf auf. Hessen könne besser regiert werden als die schwarz-grüne Koalition dies tue. Die Grünen im Land machten den Eindruck, als wollten sie mit der CDU fusionieren. "Wir brauchen einen Wechsel in Hessen", rief sie den Genossen zu.

Die SPD-Chefin hatte bei dem Treffen nochmals die Ablösung von Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen gefordert. Sie könne Maaßen wegen seiner umstrittenen Aussagen zu ausländerfeindlichen Vorfällen in Chemnitz kein Vertrauen mehr entgegenbringen. Nun sei es an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Klarheit zu schaffen, mahnte Nahles.

Fünf Prozent hinter der CDU

Bei einer am vergangenen Montag veröffentlichten Umfrage für die BILD-Zeitung kam die SPD auf 24 Prozent, die CDU auf 29 Prozent. Schwarz-Grün habe demnach keine Mehrheit mehr, möglich wären eine große Koalition von CDU und SPD oder ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP.

Eine Woche zuvor hat die CDU - ebenfalls in Offenbach ihr Wahlprogramm verabschiedet.

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