SPD - Landtagswahl Hessen: Schäfer-Gümbel räumt bittere Niederlage ein

Am 28.10.2018 veröffentlicht

19.38 Uhr: Schäfer-Gümbel "stocksauer" auf Berlin

Im direkten Interview mit unserer Politik-Reporterin Lucia Voßbeck-Elsebusch gibt Thorsten Schäfer-Gümbel vorallem dem Dauerstreit in Berlin die Schuld an der bitteren Niederlage. Gleichzeitig will er sich mit der SPD klarer und mutiger in der Zukunft geben, um diese Vertrauenskrise zu bewältigen. Zur Landtagswahl in Hessen zeigt sich Schäfer-Gümbel deutlich: "Mit dieser Regierung, die sich möglicherweise in Hessen abzeichnet, wird beim Thema Bezahlbares Wohnen nichts passieren und es wird dazu führen, dass Menschen mit einfachem und mittleren Einkommen den Preis dafür bezahlen – das hätte ich gerne geändert und ehrlich gesagt, das macht mich stocksauer am heutigen Abend."

19.26 Uhr: Schäfer-Gümbel lässt politische Zukunft offen

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hat offengelassen, ob er persönliche Konsequenzen aus der historischen Wahlniederlage bei der Landtagswahl ziehen wird. "Der heutige Abend ist bitter für die hessische SPD und er ist es auch für mich persönlich", sagte Schäfer-Gümbel am Sonntagabend. Persönliche Konsequenzen habe die Parteiführung bereits erörtert. "Das haben wir heute schon besprochen, wir werden es auch morgen besprechen", sagte er. Aber: "Sie wissen, dass ich niemand bin, der einfach aus der Verantwortung flieht."

18.41 Uhr: Schäfer-Gümbel: "Eine bittere Niederlage"

Nach den herben Verlusten für die SPD bei der hessischen Landtagswahl hat Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel eine schwere Niederlage für seine Partei eingeräumt. "Das ist eine bittere Niederlage, und da gibt's auch nichts dran herumzudeuteln", sagte Schäfer-Gümbel am Sonntagabend. Die SPD habe die Kompetenz für Themen wie Wohnen und Schulen zugeschrieben bekommen, aber dennoch das Rennen verloren. "Das Ergebnis zeigt sehr eindeutig, dass die Möglichkeiten begrenzt sind, gegen einen übermächtigen Bundestrend mit den eigenen Themen im Land zu gewinnen", erklärte Schäfer-Gümbel. "Wir haben nicht nur keinen Rückenwind aus Berlin erhalten, sondern wir hatten regelmäßig Sturmböen im Gesicht."

18.29 Uhr: Klingbeil: "Kein gutes Erscheinungsbild."

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die schwere Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Hessen eingestanden. "Es war ein schlechtes Ergebnis", sagte er am Sonntagabend. Nach aktuellen Hochrechnungen hat die SPD knapp 20 Prozent der Stimmen bekommen. Zwar habe die SPD in Hessen einen Wahlkampf geführt, "der sich wirklich sehen lassen kann". Dass die beiden Koalitionsparteien in Berlin, Union und SPD, schlecht abgeschnitten haben, sei aber ein Zeichen, dass vieles anders werden müsse. Über personelle Konsequenzen wollte Klingbeil nicht spekulieren, allerdings seien intensive Gespräche über die Zukunft nötig. Seine Partei gebe kein "gutes Erscheinungsbild".

18.00 Uhr: Herbe Verluste bei der SPD

Die SPD erlebt laut der ersten Prognose ein historisch schlechtes Ergebnis von 20%. Sie liegt damit gleichauf mit den Grünen.

11.05 Uhr (SPD): Thorsten Schäfer-Gümbel an der Wahlurne

Der SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hat in seinem Wohnort Lich (Gießen) seine Stimme abgegeben. Er betont den wichtigen Stellenwert des hessischen Wahlausgangs für die Bundesregierung. Es seien verrückte Zeiten, in denen "alles nur noch auf tagespolitische Schlagzeilen achtet". Dennoch gibt sich Schäfer-Gümbel optimistisch: heute sei sein persönlicher Glückstag, schließlich hat seine Frau Annette Gümbel Geburtstag. Das Komplette Interview mit Thorsten Schäfer Gümbel sehen Sie in unserem Video.

Hintergrund der Partei:

Bezahlbare Wohnungen, Schulen mit einer Top-Ausstattung, weniger Unterrichtsausfall und bessere Verbindungen zwischen Stadt und Land – das sind die wichtigsten Vorhaben von Thorsten Schäfer-Gümbel. Er ist stellvertretender Vorsitzender der SPD auf Bundesebene, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen der SPD und Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Hessen.

Die SPD ist in einem traurigen Zustand. Die Wahlniederlage in Bayern schmerzt entsetzlich. Vor allem, weil sie den Zustand der gesamten Partei beschreibt. Auch bei den Landtagswahlen in Hessen wird die Partei wohl deutliche Einbußen verkraften müssen.

Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel tritt bereits zum dritten Mal an, um an die Macht zu kommen. Womöglich reicht es - wie schon im Jahr 2013 - für ein rot-grün-rotes Bündnis mit Schäfer-Gümbel als Ministerpräsident. Damals scheiterten die Sondierungen an inhaltlichen Differenzen etwa in der Bildungspolitik.

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