Religiöse Vielfalt beim Bund: Ibrahim Günes ist Moslem und seit 8 Jahren Soldat

Am 12.07.2019 veröffentlicht

Ibrahim Günes ist Moslem und seit Juli 2011 als Zeitsoldat bei der Bundeswehr in Stadtallendorf stationiert. Von Anfang an hat er sich dort wohl gefühlt; sein Glaube steht ihm hierbei nicht im Weg.

Der 27-jährige Soldat ist gebürtiger Türke, seine Großeltern sind damals aus der Türkei nach Deutschland gezogen. Wie Ibrahim selbst ist auch sein Vater ein liberal eingestellter Alevit, der ihn sogar auf die Idee brachte, zur Bundeswehr zu gehen. In der Herrenwaldkaserne gibt es mindestens vier weitere muslimische Soldaten.

Ralf Eckert, Militärpfarrer und Seelsorger, empfängt hier alle Soldaten mit offenen Armen - egal ob Christ, Muslim, Atheist oder anderes: "Die erste Frage ist nicht: Zu welcher Religion gehörst du? - sondern, wenn jemand kommt und Stress mit dem Vorgesetzten oder zu Hause hat, ist genau das dann Thema. Die Religion spielt da keine Rolle", erklärt Eckert.

Dass es noch keine Militär-Imame gibt, scheint für Ibrahim kein Problem zu sein. Ihm gefällt besonders die Interkulturalität bei der Bundeswehr: "Vermischte Nationen bei der Bundeswehr; das zeigt, dass es hier jedem gut geht und jeder gleich behandelt wird." Seine Zeit bei der Bundeswehr wird Ibrahim positiv in Erinnerung behalten. Er plant, bald seinen Dienst zu quittieren und bei einer Firma in Gießen als Kaufmann anzufangen.

Unsere Kollegen Franziska Kämpfert und Michael van Alst haben Ibrahim getroffen. 

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