Symbolbild: dpa

Strafen für Spanner und Gaffer: Bundesregierung greift härter durch

Fotos von Unfällen und Aufnahmen unter Röcke und ins Dekolleté sollen künftig als Straftat gelten. Diesen Gesetzesentwurf will das Bundeskabinett heute in Berlin beschließen - und auch die Hessen bewegt dieses Thema. 

Geldstrafen und bis zu zwei Jahre Gefängnis würden die Fotografen solcher Bilder damit erwarten. Bisher macht man sich lediglich strafbar, wenn man Rettungskräfte behindert oder Verletzte entwürdigend fotografiert - mit dem Inkrafttreten des Gesetzes gilt das auch für Unfall-Tote.

Justizmisterin spricht von "gruseligen" Handlungen

"Es handelt sich um Personen, die ihr Leben gelassen haben. Es ist mir unbegreiflich, wie sich Menschen an Bildern davon ergötzen können", sagt Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dass diejenigen, die solche Fotos veröffentlichten, dafür auch noch mit Likes und Kommentaren belohnt würden, sei "einfach nur gruselig".

Auch "Spanner" bekommen ihre Strafe

Ebenso will die Justizministerin strafrechtlich gegen Spanner vorgehen, d.h. das heimliche Fotografieren und Filmen z.B. unter Rock oder Kleid sowie in die Bluse ist kein Kavaliersdelikt mehr. Sie betonte die Demütigung und Degradierung der weiblichen Opfer durch zusätzliche Verbreitung der Fotos in den sozialen Medien oder durch kommerziellen Vertrieb. 

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