Vielerorts kein frisches Bargeld: Warnstreik bei hunderten Geldtransporten

Am 02.01.2019 veröffentlicht

Mit bundesweiten Warnstreiks will die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch den Druck in der laufenden Tarifrunde für 12 000 Beschäftigte der Geld- und Wert-Branche erhöhen. Da Hunderte Geldtransporte bestreikt würden, blieben Banken und Geschäfte vielerorts ohne frisches Bargeld, teilte Verdi am Dienstag in Berlin mit. Es könne zu erheblichen Störungen kommen. In Hessen sind rund 500 Beschäftigte in fünf Betrieben zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mitteilte, wollen sich die Streikenden im Frankfurter DGB-Haus treffen. Neben etwa 200 hessischen Geldzählern, Vorbereitern und Transportfahrern werden laut Verdi auch Kollegen aus dem bayerischen Aschaffenburg in Frankfurt erwartet. "Wir gehen davon aus, dass fünf Standorte in Hessen von den Warnstreiks betroffen sind", sagte ein Verdi-Sprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur. Diese befänden sich in Frankfurt, in den Kreisen Gießen, Groß-Gerau und Offenbach. Im Zuge des Ausstandes könne es zu Engpässen an Geldautomaten kommen. "Auch könnte das Wechselgeld im Handel knapp werden", fügte der Verdi-Sprecher hinzu.

Die Tarifverhandlungen werden am 3. und 4. Januar in hessischen Bad Nauheim fortgesetzt. "Unsere Botschaft an die Arbeitgeberseite ist klar: Wenn wieder kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt, werden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet", sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes gegenüber der Deutschen Presseagentur. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro jährlich beziehungsweise eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat, sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

Peukes betonte, durch die Warnstreiks werde der Bargeldverkehr gestört. "Viele Banken und Einzelhandelsgeschäfte bekommen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld. Geldautomaten, die nach dem Jahreswechsel vielfach leer sind, werden nicht neu befüllt." Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Warenhäusern und Discountern, Möbel- und Baumärkten sowie anderen Unternehmen sei nicht sichergestellt. Laut Verdi liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten bei 1800 bis 2400 Euro und im Westen bei 2200 bis 2900 Euro brutto pro Monat.

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