Der Fall Susanna: Eine Chronik aus Vorurteilen und Debatten

Am 12.03.2019 veröffentlicht

Warum wurde die 14-jährige Susanna F. getötet, warum wurde Ali B. zum Täter? Darum, und nicht um politische Fragen, geht es seit heute vor dem Wiesbadener Landgericht. Seit Ende Mai vergangenen Jahres beschäftigt der Fall die deutsche Politik und Justiz. 

Beim Auftakt in Wiesbaden nutzten Demonstranten die Plattform, die ihnen der erste Prozesstag gegen den 22-jährigen Ali B. bot. Vor dem Gebäude spannten sie eine "Leine des Grauens", eine Sammlung von Berichten krimineller Zuwanderer. Der Moslem als Feindbild, das steht für die Veranstalter auch ohne Strafprozess fest.

Kurz nach Susannas Tod ziehen Mitglieder der "Identitären Bewegung" mit Transparenten durch die Wiesbadener Innenstadt. Die fordern, Zugewanderte wieder auszuweisen. Im Bundestag hielt die AfD für das getötete Mädchen eine Schweigeminute ab, erntete aber heftige Kritik für eine "Instrumentalisierung von Opfern".

Diskussion um Festnahme im Nordirak

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelte bis vor kurzem noch gegen den Bundespolizei-Chef Dieter Romann. Er soll den Tatverdächtigen Ali B. im Fall Susanna möglicherweise illegal aus dem Irak nach Deutschland gebracht haben, obwohl es zwischen den beiden Ländern kein Auslieferungsabkommen gebe. Der Anwalt von Ali B. zeigte Romann daraufhin wegen Freiheitsberaubung an.

 

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