Tinas Thema - Episode 4: Die Qual der Wahl zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling

RTL Hessen-Moderatorin Tina Mattick teilt mit Ihnen regelmäßig ihre Gedanken zum Thema Familie. In dieser Ausgabe ihres Blogs setzt sie sich mit dem Thema Corona-Regeln an hessischen Schulen auseinander.

  • Episode 4:
    Die Qual der Wahl zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling

"Das wird Freundschaften kosten!"- das war das erste, was eine befreundete Mama zu mir sagte, als klar war, dass in Hessen die Präsenzpflicht an den Schule ausgesetzt wird. Denn da gibt es ja in unserem Bundesland den Zusatz: aber wer nicht anders kann, der kann sein Kind natürlich schicken …

Oh, und da können viele auf einmal nicht anders: trotz Home Office wird der Nachwuchs morgens los geschickt, denn schließlich haben Sohn/Tochter keine Lust zu Hause zu lernen! Ach ne, aber darum geht es nicht! Es geht nicht um Lust, sondern darum, das Virus einzudämmern, die Ansteckungsgefahr zu verringern, unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten …

Und dann gibt es die anderen, die sich alle Beine ausreißen, um den Drahtseilakt aus Homeschooling und Home Office hinzukriegen – notfalls arbeiten Mama und Papa, wenn die Kinder im Bett liegen und sind sauer auf die, die den "easy way" wählen, denn der geht ja auch, haben die Politiker doch gesagt - wer nicht anders kann und so …

Das gibt böses Blut und ja, daran werden Freundschaften zerbrechen – das glaube ich auch.

Puh, ehrlich liebe Politiker, 'ne klare Ansage wäre da schon angebracht.

Die Entscheidung den Eltern zu überlassen, ob sie ihre Kinder zu Hause unterrichten oder in die Schule schicken – keine gute Idee, finde ich!

Mir ist schon klar, dass die Herrschaften in Wiesbaden es nicht allen recht machen können, aber dieses wischiwaschi bei den Ansagen, gerade wenn es um die Kinder geht, das lässt mich zweifeln. Ich denke nicht, dass das so funktionieren wird. Spätestens Ende der Woche werden wir wissen, wie viele Kinder trotz der aufgehobenen Präsenzpflicht in der Schule sitzen und ob die Eltern dieser Kinder wirklich in systemrelevanten Jobs arbeiten. Ich bin gespannt, ob die Landesregierung dann nochmal „nachbessern“ wird.

Ich finde auch, dass diese politische Entscheidung ein Freifahrtschein für doofe Arbeitgeber ist.

Denn wer immer noch denkt, dass das Team nur produktiv ist, wenn alle im Büro - also sichtbar - sind, der hat auch kein Verständnis, wenn der Angestellte zu Hause arbeiten möchte, um „nebenbei“ die Kinder zu betreuen.

Ich hatte heute Tag 1 im Homeschooling, habe zu Hause gearbeitet und bin zur Sendung in die Redaktion gefahren.

Fazit meiner Tochter, 1. Klasse: "Du bist die strengste Lehrerin der Welt!"

Da kann ich mit Sicherheit auch noch viel lernen in den nächsten Wochen, damit ich ihr den Spaß an Schule und Lernen nicht kaputt mache. Über Tipps freue ich mich!

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