Tödliche Messerstiche: Mann muss achteinhalb Jahre hinter Gitter

Am 17.05.2018 veröffentlicht

Im Sommer 2017 eskalierte ein Streit nahe der Konrad-Adenauer-Anlage in Königstein. Zwei stark angetrunkene Männer gerieten aneinander: Einer zückte ein Messer und stach es dem anderen mitten ins Herz. Der 42-jährige starb an Herzversagen. Zehn Monate später wurde der Messerstecher verurteilt.

"Ich fürchte das Gefängnis nicht", sagte der Angeklagte am Donnerstag selbstbewusst kurz vor der Urteilsverkündung am Landgericht in Frankfurt. Bereits kurz nach der Tat hatte sich der 46 Jahre alte Mann widerstandslos festnehmen lassen. Er setze sich nach seiner Attacke auf eine benachbarte Parkbank und schaute den Sanitätern bei deren Rettungsversuchen zu. Dort sah ihn ein aufmerksamer Polizist, der ihn festnahm. Angeklagt war Huseyn K. wegen heimtückischen Mordes.

Die Richterin verurteilte den russischen Flüchtling zu achteinhalb Jahren Haft wegen Totschlags. Damit folgte sie weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Statt auf Mord plädierte sie auf Totschlag und neun Jahre Gefängnis. Der Verteidiger dagegen forderten einen Freispruch. "Das war ein gezieltes Vorgehen", erwiderte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Dass der Täter 2,2 Promille Alkohol im Blut hatte, wurde nicht gewertet, da er wegen einer Alkoholentwöhnung voll schuldfähig gewesen sei. Von der Tat direkt gab es keine Zeugen, daher habe das Gericht zugunsten des Angeklagten entschieden.

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