"Trendwende eingeleitet": Opel macht wieder Gewinn

Am 24.07.2018 veröffentlicht

Über zwanzig Jahre steckte der Autobauer Opel in den roten Zahlen, doch damit ist es nun vorbei. Die Rüsselsheimer erzielten im ersten Halbjahr einen Gewinn, wie der französische Mutterkonzern PSA verkündet. Dennoch können die Beschäftigten nicht aufatmen.

Im ersten Halbjahr 2018 betrug das Betriebsergebnis für die Sparte Opel-Vauxhall 502 Millionen Euro, teilt der Mutterkonzern PSA bei Paris mit. "Die Trendwende ist nun eindeutig eingeleitet", sagt Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon bei der Präsentation und bilanziert: "Nach einem langen Zeitraum vieler Jahre der Verluste erreicht das erste Halbjahr 2018 ein bedeutendes Niveau von Profitabilität." Opel mache rund ein Viertels des Umsatzes des Konzerns aus.

PSA mit seinen Marken Citroën oder Peugeot hatte Opel vergangenes Jahr für 1,3 Milliarden Euro von General Motors übernommen. Vauxhall ist die britische Opel-Schwestermarke. Anfang Juli war bekannt geworden, dass PSA sich möglicherweise von großen Teilen des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim trennen will. Nach einem Bericht der Zeitung "Le Monde" verhandelt Peugeot über einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums mit bekannten Ingenieurdienstleistern der Autobranche. Davon wären etwa 4000 Arbeitsplätze in Rüsselsheim betroffen. Die Entwicklung gilt als technisches Herzstück der deutschen Automarke.

Experten treten auf die Euphorie-Bremse

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen geht davon aus, dass Opel seine Eigenständigkeit daher verlieren wird. Die Peugeot-Mutter PSA scheine ausschließlich am historischen Opel-Kundenstamm interessiert zu sein, schrieb der Direktor des CAR-Institus in einer jüngsten Einschätzung.

Der Opel-Betriebsrat könne diesen Prozess nicht stoppen, meint Dudenhöffer, der die Opel als vergleichsweise schwache Marke sehe. "Opel leidet an Kundenschwund", sagt er und fürchtet, "Opel werde zur Design-Hülle für PSA-Technik.". Das Unternehmen hat bereits angekündigt, bis 2024 alle Opel-Modelle auf PSA-Plattformen zu stellen. Erste nahezu baugleiche Schwestermodelle gibt es bereits.

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