Vorsicht giftig: Eichenprozessionsspinner auf Bestandshoch

Am 13.06.2018 veröffentlicht

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners breiten sich immer mehr in Hessen aus. Wegen der kleinen Tierchen wurden bereits einige Spazierpfade und Spielplätze gesperrt.

Rund 600.000 Giftstacheln hat die Raupe des Eichenprozessionsspinners, der eigentlich nur ein unscheinbarer Nachtfalter ist. Sie beschädigen nicht nur Bäume, sondern stellen auch für Menschen eine Gefahr dar. Die feinen Brennhaare der Raupen können bei Kontakt zu Hautjucken, Atemnot oder einem allergischen Schock führen. Außerdem brechen die feinen Härchen leicht ab und können über die Luft weitergetragen werden. 

Bestandshoch seit einigen Jahren 

Nach Angaben des BUND in Hessen befindet sich die heimische Art des Eichenprozessionsspinners seit einigen Jahren auf einem Bestandshoch, weshalb eine gezielte Bekämpfungen nötig ist. In Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und in Homburg gehen die Verantwortlichen gegen die giftige Raupe mit Schädlingsbekämpfungsmittel vor. Auch Städte, die bisher nicht betroffen waren, rüsten nun gegen das kleine Tierchen auf. So teilte etwa Fulda Anfang der Woche mit, dass man im Bereich des Haubenthals am Aschenberg etwa 3000 potentiell gefährdete Eichen vermute. In Schotten im Vogelsbergkreis sind seit Anfang der Woche zahlreiche Parkbereiche und Spielplätze gesperrt.

Saisonales Phänomen

Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit des Schädlings am größten. Alte Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Die Raupenhaare bleiben oft an den Kleidern und Schuhen hängen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus. Eine positive Nachricht: Die kleinen Raupen sind ein saisonales Phänomen. Wenn die Raupen sich verpuppen, ist das Problem vorbei.

Was tun, wenn Eichenprozessionsspinner in der Nähe sind? 

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit den Raupen und Gespinsten, halten Sie ­­Abstand, setzen Sie sich in der Nähe nicht auf den Boden.
  • Nach Vernichtung der Raupen können verbliebene Härchen noch jahrelang den Giftstoff freisetzen. Entfernen Sie Gespinste im Garten nicht selbst, sondern beauftragen Sie einen staatlich anerkannten Schädlingsbekämpfer oder entsprechend ausgerüsteten Baumpfleger.
  • Tragen Sie Schutzkleidung, wenn Sie sich beruflich in befallenen Gebieten aufhalten müssen. Auch Schutzbrille und Staubmaske sind sinnvoll.
  • Wenn Sie unbeabsichtigt in die Nähe befallener Bäume kommen: Duschen Sie, waschen Sie gründlich Ihre Haare und auch die Kleidung.
  • Die Gespinste nicht abflammen oder abspritzen – dabei werden die Gifthaare nur noch mehr aufgewirbelt und verbreitet.
  • Wenn Sie mit den Raupen in Kontakt gekommen sind und allergieähnliche Symptome auftreten, gehen Sie zum Arzt. 
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