Wachsender Druck: Macht studieren krank?

Am 05.06.2018 veröffentlicht

Stress, Leistungsdruck, Selbstzweifel - das kennen viele Studenten nur zu gut, denn besonders in der Klausurenphase stehen sie unter großem Druck. Der Stress endet immer öfter auch in psychischen Problemen, wie die Zahlen des Arztreport der BARMER Ersatzkasse jetzt hervorbringen.

Die BARMER Krankenversicherung hat in ihrem Arztreport veröffentlicht, dass jeder sechste der insgesamt 250.000 Stundenten in Hessen von einer psychischen Erkrankungen betroffen ist. Das sind rund 17 Prozent. Doch die Dunkelziffer ist viel höher, wie Dr. David Daniel Ebert erklärt: "Natürlich kann eine Krankenkasse die Zahlen nur auswerten, wenn jemand zu Arzt gegangen ist. Allerdings wissen wir, dass ein Großteil der Patienten, die betroffen sind, nie beim Arzt waren."

Die Hemmschwelle ist hoch

Der Grund dafür, dass viele Studierende nicht zum Arzt gehen, ist häufig Scham oder die Anforderung an sich, das Problem selbst zu lösen. So kann es häufig Jahre dauern, bis eine Erkrankung behandelt werden kann. Mit Online-Angeboten wie "Studicare", die nicht auf einem direkten Kontakt aufbauen, will die BARMER nun probieren dem entgegen zu wirken. Und die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen, durch das Angebot senken.

Viele Angebote für Betroffene

Auch Ebert hält Angebote wie diese für sinnvoll: "Grundsätzlich ist die Idee, Angebote zu schaffen, die in der Lage sind, Betroffene früher zu erreichen, sodass es nicht acht bis zehn Jahre dauert bis jemand diesen Schritt wagt und vorallem die Leute erreicht, die wir bisher nicht im System haben."

Der wichtigste Schritt für Betroffenen ist jedoch, ihr Problem zu erkennen und sich ihren Ängsten zu stellen. Hier können Angebote wie das kostenfreie StudiCare genutzt werden. Insgesamt werden 17 verschiedene Online-Trainings zu psychischen oder psychosomatischen Problematiken angeboten. Sie dienen unter anderem der Bewältigung von Prüfungsangst, niedergeschlagener Stimmung, anhaltenden Sorgen oder Schlafstörungen.

Im Beitrag von Julia Möller berichtet eine Studentin aus Frankfurt über Druck im Studium.

 

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