Nach Wilke-Skandal: Verbraucherministerin Priska Hinz (Grüne) meldet sich zu Wort

Am 09.10.2019 veröffentlicht

Eine Woche ist es jetzt her, dass der nordhessische Fleischwaren-Hersteller Wilke aufgrund eines Listerien-Verdachts geschlossen wurde. Zwei Südhessen kamen vermutlich durch Keime in der Wurst des Fabrikanten ums Leben. Jetzt äußert sich Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) zu Wort. Seit Mittwoch hat das Verbraucherministerium auch eine Hotline ins Leben gerufen. Hat die Landespolitik zu spät reagiert?

Es müsse effizientere Strukturen geben, die ein frühzeitigeres Eingreifen ermöglichen und dem Ministerium mehr Handlungsspielraum lassen, sagte die Ministerin am Mittwoch in Wiesbaden. "Wir brauchen eine besser aufgestellte Lebensmittelüberwachung, damit ein solcher Fall nicht wieder vorkommt." Die für Lebensmittelkontrolle zuständigen kommunalen Behörden hätten noch keinen Abschlussbericht über die Vorgänge bei der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH vorgelegt, erklärte die Grünen-Politikerin. Deshalb könne sie auch nicht abschließend sagen, ob Fehler bei den Kontrollen gemacht wurden.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsführer des Wurstherstellers ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens sei vor allem die Untersuchung der zwei Todesfälle, die mit einer Listerieninfektion in Verbindung stehen sollen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Foodwatch kritisiert Engagement des Landes

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft dem Land vor, bereits am 12. August vom Listerien-Verdacht beim Wursthersteller Wilke gewusst und mangelnde Aufklärungsarbeit geleistet zu haben. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat als zuständige Behörde bereits eine Untersuchung der Vorgänge angekündigt.

Das Bundesamt für Verbaucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat mittlerweile eine Liste veröffentlicht, auf der betroffene Wurstwaren aufgeführt werden.

Unsere Reporterinnen Sarah Thömmes und Guilia Asbeck haben mit Priska Hinz gesprochen, das Statement der Politikerin gibt es im Videobeitrag.

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