Staubt, rumpelt, kostet Geld: Schotterstraße macht Anwohner wahnsinnig

Am 16.08.2019 veröffentlicht

Hin und wieder gehen die Vorstellungen von Stadtplanern und Anwohnern auseinander: Ein Paradebeispiel liefert eine Schotterstraße im hessischen Wallau. Damit hier pro Tag keine 4.000 Autos mehr durchfahren, hat sich die Stadt dazu entschieden, aus der damals noch geteerten Straße einen Schotterweg zu machen. Doch damit fingen die Probleme der Anwohner erst an...

Lärmt, staubt, rumpelt

Wir haben vor Ort mit den Anwohnern im direkten Umfeld der 40 Meter langen Schotterstraße gesprochen. "Die Kinder können kaum noch im Garten spielen und werden ständig von Staubfahnen überrascht", erzählt uns Anwohner Benjamin von Wolf-Zdekauer. Durch den Staub und den Dreck werde zusätzlich sein Haus verschmutzt.

Auch Nachbar Ralph Demat macht die Schotterstraße wahnsinnig: "Wir hätten das Haus auch nie im Leben gekauft", erzählt er uns. Als er vor zwei Jahren hier in Wallau sein Haus baute, war die Schotterstraße vorrübergehen gesperrt - von seinem "Glück" wusste er zu dem Zeitpunkt noch nichts. Jetzt findet er regelmäßig dicke Kieselsteine auf seinem Grundstück.

Die Stadt Hofheim-Wallau wiegelt ab: "Eine Frage der persönlichen Wahrnehmung"

Und was sagt die Stadt dazu? "Die Frage der Staubentwicklung ist eine Frage der persönlichen Wahrnehmung. Die Schotterung dient der Verkehrsberuhigung in der Umsetzung des Planfeststellungsbeschlusses zur Ortsumgehung von Wallau. Gleichzeitig muss die Straße für Anlieger der Gerbermühle befahrbar bleiben. [...] Aktuell gibt es keinen Anlass, eine Veränderung herbeizuführen."

Problematisch sind auch die Raser und diejenigen, die sich nicht an die Verkehrsordnung halten. Eigentlich darf die Straße nur von Anliegern mit einer Maximalgeschwindigkeit von zehn Kilometern die Stunde befahren werden. Leider halten sich scheinbar wenige daran. Die Anwohner werden bis auf weiteres ein dickes Fell brauchen. Ein Umbau ist bislang nicht geplant.

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