Wettlauf gegen die Zeit: Warum Organspenden wichtig sind

Am 01.06.2018 veröffentlicht

10.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein neues Organ. Es vergehen oft Wochen, Monate und Jahre, bis sich ein Spender findet – manchmal ist die Suche vergeblich. Der Grund: Es gibt immer weniger Spenderorgane.

Während 2012 noch 1046 Menschen in Deutschland ein Organ gespendet haben, liegt die Anzahl der Spender 2017 nur noch bei 797. Die Zahl der abgegebenen Organe sank dabei von 3706 auf 2765. Ein Rückgang, der Menschenleben kostet.

Kann eine gesetzliche Regelung helfen?

Eine Lösung für den Mangel an Organspenden soll ein gesetzicher Widerspruch sein, wie beispielsweise in Schweden oder Österreich. Dabei müsste jeder Bürger noch zu Lebzeiten einer Organspende aktiv widersprechen. Tut er dies nicht, wäre er im To­des­fall au­to­ma­tisch ein po­ten­ti­el­ler Spen­der. Ak­tu­ell gilt in Deutsch­land die Ent­schei­dungs­lö­sung. Das heißt: Hat man der Ent­nah­me nicht schrift­lich zu­ge­stimmt, entscheiden Angehörige, ob Organe gespendet werden oder nicht. Gegner dieser gesetzlichen Regelung kritisieren ein eingeschränktes Selbstbestimmungsrecht und eine Bevormundung durch den Staat. 

Wie werde ich Organspender?

So lange aber eine gestzliche Regelung in Deutschland noch nicht verabschiedet ist, warten Tausende täglich auf eine Organspende. Der Organspendeausweis hilft im Notfall, die Durchführung der eigenen Interessen zum Thema Organspende durchzusetzen – und kann den trauernden Angehörigen diese schwere Entscheidung abnehmen. Nicht nur ein „Ja“ zur Organspende kann darin festgehalten werden, sondern auch deren Widerspruch. Zudem gibt es die Möglichkeit, nur einer Entnahme bestimmter Organe zuzustimmen. Den Ausweis können Sie jederzeit kostenlos, entweder online oder zu Hause von Hand, ausfüllen. 

Im Video trifft Nordhessen-Reporterin Alexandra Pitronik Andrea Gorczynski aus Witzenhausen. Ihr wurde bereits durch ein zweites Spenderherz ein zweites mal das Leben gerettet.

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